Geschichte

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Die Fächer Geschichte und Geschichte bilingual:

Wer die Gegenwart nur als etwas Gegenwärtiges betrachtet, kann sie nicht verstehen!

Das ist die Hauptthese des Fachs Geschichte. Im Geschichtsunterricht geht es um die Verschränkung der drei Zeitebenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Die Deutung der Vergangenheit hilft, die Gegenwart zu verstehen und bietet viele Ansatzpunkte zur Gestaltung der Zukunft.

Konkret wird die Frage nach den politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen gestellt, die das Denken und Handeln von Menschen in den unterschiedlichen Epochen bestimmt haben. Im Geschichtsunterricht ergeben sich immer wieder Verbindungslinien zu den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, zur Philosophie und Religion aber auch zu den literarischen und sprachlichen Fächern. Geschichtsunterricht beinhaltet also weitaus mehr als lange Datenlisten!

In der Sekundarstufe I wird Geschichte in Klasse 6,7 und 9 mit je zwei Wochenstunden unterrichtet. In den ersten Unterrichtsjahren geht es vor allem darum, solide Grundlagen in den vier fachspezifischen Kompetenzbereichen (Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteils- und Handlungskompetenz) zu erwerben. Wir legen großen Wert auf die Integration schüler- und handlungsorientierter Arbeitsformen. Ebenso nutzen wir die in der Region zahlreich vorhandenen außerschulischen Lernorte.

In der Oberstufe steht die systematische Arbeit mit historischen Quellen im Mittelpunkt. Wenn die schriftliche Quelle auch am häufigsten untersucht wird, so ist sie lange nicht der einzige Rohstoff des Geschichtsunterrichts „Was verrät dieser Gegenstand über seine Entstehungszeit und über die eventuellen Ziele der Beteiligten?“ Die berühmte Frage richtet sich auch an Bildquellen, Sachquellen, Tonquellen, Filmquellen, historische Karten u.v.m.

Da die Oberstufe bereits auf Arbeitstechniken der Hochschule vorbereitet, wird hier im Geschichtsunterricht verstärkt auch der Umgang mit wissenschaftlicher Sekundärliteratur eingeübt. In der Q 1 besteht die Möglichkeit, eine Facharbeit (anstelle einer Klausur) zu einer historisch-politischen Fragstellung anzufertigen.

Zusatz zum bilingualen Geschichtsunterricht Französisch

Ab Klasse 8 erfolgt der Geschichtsunterricht der d-Klassen an unserer Schule bilingual französisch. Bilingual bedeutet Fachunterricht in zwei Sprachen. Dabei verfahren wir nach dem Inselprinzip: In Klasse 8 werden in den deutschen Geschichtsunterricht zunehmend französische Sprachinseln eingebaut. Diese Sprachinseln werden bis zur Oberstufe so ausgebreitet, dass hier der Geschichtsunterricht in der Fremdsprache stattfindet und lediglich vereinzelt deutsche Sprachinseln zu finden sind. Das heißt, dass Französisch als Unterrichtssprache in flexibler Weise eingeführt und verwandt wird und Fachbegriffe sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache vermittelt werden.

Für die Inhalte des bilingualen Geschichtsunterrichts sind die deutschen Kernlehrpläne verbindlich. Da Französisch als Arbeitssprache dient, stehen bei der Leistungsbewertung die fachlichen Kompetenzen im Vordergrund: sprachliche Kompetenzen können sich lediglich positiv auf die Bewertung auswirken. Positiver Effekt der Arbeitssprache Französisch ist ein erheblich umfangreicherer Wortschatz. Außerdem werden Strategien zur Spracherschließung vermittelt, die auch in anderen Sprachen anwendbar sind.

Wer in der Oberstufe den bilingualen Zweig weiterhin besuchen möchte, hat die Möglichkeit, das deutsch-französische Abitur mit dem Fach Geschichte bilingual als 3. Abiturfach abzulegen. Den Schülerinnen und Schülern wird selbstverständlich auch hier das zum Umgang mit Quellen und zur Teilnahme an historisch-politischen Diskussionen notwendige Fachvokabular vermittelt. Neben diesem methodischen Schwerpunkt liegt die Besonderheit des bilingualen Geschichtsunterrichts vor allem aber inhaltlich in der doppelten Perspektive. Wie beurteilen beispielsweise deutsche, wie französische Zeitgenossen die Reichsgründung 1871 oder die deutsche Wiedervereinigung? So fördert bilingualer Geschichtsunterricht das gegenseitige Verständnis und die interkulturelle Kompetenz. Der Horizont wird erweitert, der Blick über den Tellerrand ist Programm. Der bilinguale Geschichtsunterricht möchte den Schülerinnen und Schülern auf diese Weise nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Deutungsmuster und die jeweils andere Erinnerungskultur des Nachbarlandes verständlicher machen.

Der Einsatz des gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuchs sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache in der Oberstufe vereint den zusätzlichen sprachlichen Mehrwert mit der oben ausgeführten doppelten Perspektivierung und verbindet unterschiedliche didaktische Konzepte aus Frankreich und Deutschland.

Willkommen in Europa!

   
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