Förderung  

   

„Der Grabstein ist vom Erbe ausgeschlossen!“

Mysteriöses aus dem römisch-germanischen Museum

Was diese Notiz auf dem größten Grabmonument nördlich der Alpen zu bedeuten hat, erfuhren die Schülerinnen und Schüler des Lateinkurses der Klasse 8 des Gymnasium Siegburg Alleestrasse kürzlich bei ihrem Ausflug ins Römisch-Germanische Museum Köln.  Als Ergänzung und Vertiefung des Unterrichts ihres Lehrers Steffen Ritzmann stand vor allem die Frage auf dem Programm, wie das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Ankömmlingen funktionierte. Ein Thema, was innerhalb der letzten 2000 Jahre nur wenig an Aktualität verloren hat. Während einer ausführlichen und kenntnisreichen Führungen vorbei an ausgewählten Inschriften des Museums erfuhren die Junglateiner zum Beispiel, dass Ehemänner für ihre Frauen einen Grabstein errichteten, dass Händler aus Südspanien sich in der Region bestatten ließen oder dass Krieger aus der kaukasischen Legion ein lange gegebenes Versprechen einlösten.

Der reiche Steinhändler aus dem heutigen Frankreich aber baute sich das oben schon erwähnte beeindruckende Grabmonument selbst. Er traute seinen Erben offenbar so wenig, dass er das Monument vom Erbe ausschloss, um zu verhindern, dass es nach seinem Tod abgebaut und verkauft werden würde. Ein Glück, denn so ist es uns bis heute erhalten geblieben und so werden sich auch die kommenden Generationen zunächst noch wundern: Wie kann ein Grabstein vom Erbe ausgeschlossen sein?

(Text hk, sr, Fotos: Ritzmann)

Eine musikalische Weltreise

Olee-Chor des GSA entführte Gäste auf einen bunten Ausflug musikalischer Fernweh

„Musik ist die Sprache der Leidenschaft“, sagte der deutsche Komponist Richard Wagner. In diesem Sinne gab es bei der diesjährigen Aufführung des OLEE-Chors des Gymnasium Siegburg Alleestraße (Chor der Oberstufe, Lehrer, Eltern und Ehemaligen) keine Sprachbarrieren zu überwinden, als man sich mit der Leidenschaft von sechs Kontinenten auseinandersetzte. Hierbei wurden stets charakteristische Lieder – bekannte wie unbekannte – genutzt, um den musikalischen Reichturm und die klangvolle Vielfalt des Liedgutes der ganzen Welt zu präsentieren. Der musikalische Abend unter der Gesamtleitung von den Musiklehrkräften Volker Caspari und Ellen Rauscher wurde von einer Vielzahl von Chören des GSA abgerundet, darunter der Chor der internationalen Vorbereitungsklasse, dem Ensemble PiccOLEE, dem Unter- und Mittelstufenchor. Im Hintergrund arbeiteten auch andere schulische Gruppen, wie die Catering-AG, die fürs leibliche Wohl der Gäste in den Pausen sorgte, und natürlich die Technik-AG an einer gelungenen Inszenierung.

Die Überleitungen bei dieser abwechslungsreichen Performance übernahmen Claudia Darius und Q1-Schülerin und gleichsam Sängerin Sârâ Kolvenbach. Beide wussten stets gekonnt mit kleineren informativen Anekdoten die bunte Blumenvielfalt der Musik zu einem gemeinsamen Strauß zu binden.

Dabei durfte in einer Zeit, in der das Wort „Heimat“ wieder inflationär genutzt wird, auch das klassische deutsche Volkslied „Kein schöner Land“ nicht fehlen, welches übrigens von einem Deutschen mit italienischem Nachnamen, Anton Wilhelm Zuccalmaglio (1803-1869), komponiert wurde. Auch das schottische Lied „The Bonnie Banks of Loch Lomond“, welches von zwei Gefangenen handelt, die ausmachen müssen, wer lebt und wer hingerichtet wird, dürfte rein musikalisch den meisten Gästen bekannt gewesen sein – die Melodie wird von Fußballfans des 1. FC Köln nämlich gerne mit anderem Text gesungen. Auch so lernt man etwas über musikalische Verbindungen zwischen den Ländern. Während man in Europa sonst auch englische, französische, skandinavische und italienische Lieder intonierte, warteten außerhalb Europas noch unbekanntere Schätze. Das mundstücklose Didgeridoo, dessen Spiel sich von einem europäischen Horn sehr stark unterscheidet, wurde von Miriam Storck, Oliver Fuchs und Elisha Willaschek demonstriert. Ausflüge unter anderem nach Japan, Korea, Ostafrika, die Karibik und Peru rundeten den Abend gekonnt ab. Dass die Leidenschaft der Lieder auch durch eine Sprache, die man nicht versteht, nicht verloren geht, konnte dabei jeder Gast selbst erleben. So müsste es Wagner wohl gemeint haben.

(Text hk, Fotos: Klein)

„Darüber spricht heute schon keiner mehr …”

Ein Zeitzeugengespräch mit Autorin Freya Klier am GSA lässt die  DDR-Vergangenheit wieder lebendig werden

“Diktatur und Demokratie”: So lautete eigentlich der Titel eines Projekttages, der für die Geschichtsschülerinnen und -schüler der Oberstufe des Gymnasiums Siegburg Alleestraße in freundlicher Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert wurde. Doch die Junghistoriker bekamen weit mehr zu sehen und zu hören als eine trockene Darlegung der ideologischen Grundlagen und historischen Ausformungen zweier Staatssysteme. Stattdessen berichtete die bekannte Autorin und Regisseurin Freya Klier aus Berlin von ihrem Leben im anderen Teil Deutschlands.

Ihre ersten Berührungen mit der Kaltherzigkeit des Systems in einem DDR-Kinderheim, die vielfachen Verhaftungen und der tragische Tod ihres Bruders oder auch die zynische Behandlung, die sie als freie Regisseurin erleben musste, beeindruckten die Schülerinnen und Schüler auf eine ganz andere und tiefgehende Weise, die der “normale Geschichtsunterricht” nicht leisten kann. Bei einem Rollenspiel durften sie selbst erleben, wie in einer Klasse in der DDR abweichende Jugendliche bloßgestellt und ausgeschlossen wurden. In einem sehr bewegenden Film lernten sie das Schicksal von “Republikflüchtlingen” kennen, die verzweifelt versuchten, die DDR über Bulgarien zu verlassen und bekamen schließlich einen Einblick in die Denk- und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit, welches von den DDR-Bürgern umgangssprachlich als „Stasi“ bezeichnet wurde und als Geheimpolizei und Nachrichtendienst fungierte.

Nach über vier Stunden waren alle Teilnehmer, darunter auch die betreuenden Lehrkräfte, sehr erschöpft. Alle waren sich jedoch einig, dass dieses Projekt ein voller Erfolg gewesen sei. Nicht nur, weil dieses Thema im Geschichtsunterricht oft zu kurz kommt, sondern vor allem, weil es die gelebte Gegenwart immer noch stark berührt und dennoch droht, immer weiter in Vergessenheit zu geraten.

(Text hk, sr, Fotos: Ritzmann)

Ausdrucksstark für Europa

Berlin als Schauplatz des diesjährigen deutsch-polnischen Schüleraustauschs

Was ist eigentlich Europa? Den meisten fällt hier gleich die deutsch-französische Freundschaft ein, welche ein Motor der europäischen Integration war und ist. Doch nicht nur Frankreich ist ein entscheidender Nachbar, sondern auch Polen. Im Unterschied zu Frankreich bleiben es noch viel zu oft Vorurteile, die über unseren historisch verbundenen Nachbarn in Umlauf sind. Um diese abzubauen gibt es auch am Gymnasium Siegburg Alleestraße betreut von den Lehrkräften Andrea Heinzen und Holger Burda einen Polenaustausch.

„Beim Aufbruch nach Polen erleben wir auch häufiger noch leichte Skepsis oder Vorurteile, ob es einem dort gefallen könnte. Am Ende sind die Schülerinnen und Schüler oft genug tottraurig, dass das besondere Erlebnis endet.“, erklärte Holger Burda über seine bisherigen Erfahrungen, beispielsweise bei dem Besuch des polnisches Ortes Kreisau vor einem Jahr.

Dieses Jahr traf man sich mit den interessierten Gymnasiasten der Partnerschule aus Bunzlau, 45km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, jedoch in Berlin. Finanziert wurde dies unter anderem auch durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und dem Partnerschaftsverein der Stadt Siegburg. In der Bundeshauptstadt selbst begab sich die insgesamt 20-köpfige Schülergruppe dann auf Suche nach dem typisch Deutschen und typisch Polnischen. Zu beiden Fragen hat die Spreemetropole in ihrer bunten Geschichte einige Antworten zu bieten. Berlin zeigte sich während des fünftägigen Programms von seiner sonnigsten Seite, sodass der Besuch eines historischen Bunkers als willkommene Abkühlung wahrgenommen wurde – bei 10 °C erkundeten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Unterwelten Berlins. Besonders einprägsam beschrieben die Jugendlichen den Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen sowie die Erfahrungen im Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Neben den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten wie Alexanderplatz oder Brandenburger Tor, gestalteten sich die Schülerinnen und Schüler ihre ganz persönliche Erinnerung im Bode Museum. Der Workshop „Ausdrucksstark!“ ließ die Teilnehmer schnell erkennen, dass Sprache nur eine Möglichkeit der Kommunikation ist. Auch innerhalb der Gruppe verdeutlichte sich dies während der Woche, kleinere Sprachschwierigkeiten ließen sich beispielsweise beim Besuch des Deutschen Bundestags im Anschluss problemlos klären. Die zuvor befürchtete Sprachbarriere erwies sich schnell als gefahrlose, überwindbare Bodenwelle. Die Jugendlichen tauschten sich innerhalb der Woche über kleine Besonderheiten im Alltag bzw. Klischees aus und kamen zu dem Schluss, wirklich „typisch“ sei doch keiner. Abgesehen vielleicht von den traditionellen Pierogi am letzten Abend, polnische Nudelteigtaschen, die allen schmeckten. Viele neue Freundschaften, Verständigung und das Entdecken von Gemeinsamkeiten: Ist das nicht der Kern Europas?

(Text hk, ah)

Wissen macht Ah – und Klassik macht BACH!

Die 5A besuchte den WDR und das Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Es ist 5:15 Uhr, der Wecker klingelt laut und schrill. Viel zu früh, aber was tut man nicht alles für ein wenig Erkenntnis und eine ganze Menge Spaß. Es erwartet die Musikklasse 5a in Begleitung ihrer Lehrerin Anke Braun des Gymnasium Siegburg Alleestraße ein Orchesterkonzert im WDR Funkhaus in Köln – zwar ist die Musikklasse Konzerte gewohnt, doch auch für diese blieb dies eine besondere Erfahrung: die Moderatoren Clarissa Correa da Silva und Ralph Caspers erleben, all die Kameras sehen, ... Statt „Wissen macht Ah!“ wurden die jungen Musiker zur Sendung "Klassik macht BACh!" eingeladen.

Es gab im Bereich Musik viel Wissenswertes zu vermitteln, was man sonst im normalen Unterrichtsgeschehen kaum mitbekommt. Ein Beispiel gefällig? Bachs älterer Bruder hatte Angst, sein kleiner Bruder Sebastian könnte ihn überflügeln und sperrte deshalb die Noten vor dem kleinen Bach weg. Obgleich Bach in einer Klassik-Sendung vermutlich fehl am Platz wäre, denn seine Musik sei auch gar keine Klassik, denn in die Enzyklopädien ging Bach als „Barocker“ ein (nicht zu verwechseln mit Barhocker oder Rocker, wenngleich er auch so eine lockige Mähne trug). Klang die Air von Bach zu Beginn des Konzerts noch luftig leicht, setzt die Toccata und Fuge in d-Moll einen fetten Kontrapunkt dazu. Nach 75 Minuten war das Konzert vorbei und die Schülerinnen erhaschen noch ein Selfie mit Ralph. „Wahnsinn!!“, wie sie finden.

Im Anschluss besichtigte die Musikklasse das Wallraf-Richartz-Museum. Eine kleine Rallye leitete sie durchs Museum, schließlich hoch ins dritte Geschoss zu den Impressionisten und ließen sich von den lustvoll gepunkteten Werken einhüllen. Wen das auch noch nicht ganz überzeugte, der nahm auf jeden Fall das Eis auf dem Rückweg zum Bahnhof ein, dass fast ebenso farbenfroh war, wie das Farbspiel der Impressionisten.

Wissen macht „Ah!“, Impressionisten „Oh!“ und Eis „mmh!“. Ob dieser Motivationsschub die Musikklasse beim anstehenden Klassen-Benefizkonzert am 9.07. noch mehr beflügelt? Dies könnten Gäste um 19:00 Uhr in der Aula des GSA selbst beurteilen.

(Artikel: hk, ab; Fotos: Braun)

   
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