Förderung  

   

Amüsante Verwicklungen in Orient und Okzident

Zwei Theaterstücke begeistern das Publikum mit Witz und Humor

 

Licht aus, Phantasie an, denn

 

sie haben auch weiterhin die Kraft,

 

die Erd‘ und Himmel immer schon bewegten,

 

sie sind, was sie sind: Bretter die die Welt bedeuten!

 

 

Ein schöner Abend sollte es werden, es ist der 20. April, 19 Uhr. Alles war vorbereitet, die geladenen Gäste kamen pünktlich, aber dann nahm der Abend einen ganz anderen Verlauf als anvisiert: Denn als Ortwin in Gestalt von Leonie Baum auf seine Beförderung hoffend seinen Chef Dr. Hengst (Maggie Thierbach) und dessen Gattin (Vienna Lynn Baginski) einlädt, hat er den Plan offenbar ohne seine zwei Hausdamen gemacht: Seine Mutter, gespielt von Joshua Lison, vergreift sich und schläft nach der Einnahme von Schlaftabletten am Tisch ein. Seine Frau aber redet unermüdlich ihren Mann um Kopf und Kragen.

 Die Kunst, dem Ehemann die Karriere zu vermasseln, beherrscht Elke (Leonie Kluth) famos. Herrlich, welche Verwicklungen der Abend nimmt und wie gekonnt die kleine aber feine Schauspieltruppe unter der Leitung von Alexandra Baensch die Komödie „Dinner for five“ auf die Bühne bringt. Die Lachmuskeln werden arg beansprucht, vor allem „die Großen“ unter den Zuschauern glucksen immer wieder laut auf. Mag der eine oder andere sich gefragt haben, ob das Spektakel auf der Bühne seinem eigenen Leben entlehnt ist? Gekonnte Ironie, Wortwitz und diverse Doppeldeutigkeiten im Text schenken den fünf Schauspielern Möglichkeiten zur charaktervollen Umsetzung, die sie allesamt nutzen und damit den Abend zu einem kurzweiligen Vergnügen werden lassen.

Schlag auf Schlag folgt das nächste Stück „Immer Ärger mit SheHeRaZade“. Es besteht aus vielen kleinen Szenen und entführt uns in den orientalischen Raum. Requisite und Bühnenbild leisten ganze Arbeit. Die Schauspieler verwandeln sich in Prinzen und Bedienstete, eine unerbittliche Mutter Königin, selbst ein menschgewordener Frosch hüpft über die Bretter. Die weitgereiste erhabene Dame aus Frankreich parliert exzellent, steht aber in ihrem roten Glitzerkleid nicht unbedingt auf der Favoritenliste des eigensinnigen Prinzen, der partout nicht heiraten will. Wie so oft ist der Elternwille für die Jugend nicht Gesetz! Herrlich amüsant ist, was dem Prinzen und seinem Diener einfällt, um das Unheil der Heirat abzuwenden und die Zuschauer zu erfreuen. Der Plan geht auf: Madame reist ab, die Show begeistert. Die kleinen Nachwuchstalente stehen den Großen in nichts nach und so darf auch Monika Diehl, auf deren unermüdlichem Einsatz der Erfolg basiert, mit Stolz den Erfolg genießen.

Genuss geht an einem Theaterabend natürlich durch Augen und Ohren, nicht zuletzt auch durch die tolle Arbeit der Technik-AG. Aber noch schöner ist es doch, wenn die Catering-AG auch fürs leibliche Wohl sorgt. Dann haben Leib und Seele gut lachen! Allseits zufrieden lässt man den Abend ausklingen und freut sich schon insgeheim auf die nächsten Helden, die bald die Bretter erklimmen und unserer Phantasie neue Welten schenken.

(Text ab, tl/ Fotos: Erich Pelikan)

Von Handtüchern und Bohrmaschinen

5d in der Kunstaustellung hinterfragt die moderne Kunst

„Was machen die denn da?“, fragt ein verwunderter Passant am Dienstagmorgen beim Obstkaufen auf dem Siegburger Markt. Eine berechtigte Frage angesichts der Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d des Gymnasium Siegburg Alleestraße mit Handtüchern eingewickelt über den Marktplatz schreiten. Wie kam es dazu? Zunächst stellt sich natürlich die Frage, was zeitgenössische Kunst ist und will. Dieser Frage versuchte man gemeinsam mit dem Kurator der Siegburger Kunstausstellung Westfarbe, Christoph Dahlhausen, auf den Grund zu gehen. In einem Rundgang durch die Ausstellung lernen die Kinder, dass man nicht nur mit dem Pinsel malen kann, sondern auch Besen, Finger oder auch Bohrmaschinen zum Auftragen von Farbe nutzen kann. Auch die klassische Leinwand ist in der zeitgenössischen Kunst nicht mehr nötig: Kisten, Bänke, Aluplatten –alles darf Malgrund werden.

Ein mit gelben Kreisen überzogenes Bild lässt einige Kinder an ein Feld voller Sonnenblumen erinnern, ein anderer denkt an Strohballen oder an einen Strandboden. Als sie erfahren, dass der Künstler dieses Bild mit einer Drehscheibe auf einer kreisenden Bohrmaschine gemalt hat, staunen die Kinder nicht schlecht. Die Führung durch die Ausstellung wird zu einem Ratespiel: Wie hat wohl der eine oder andere Künstler dieses oder jenes Bild hergestellt? Die Schülerinnen und Schüler hängen dem Kurator begeistert an den Lippen, denn sie merken: Kunst ist nicht nur etwas für talentierte Maler, Zeichner, Bildhauer oder für verrückte Einzelgänger. „Kunst möchte uns zum Nachdenken anregen.“, bestätigt auch die betreuende Kunstlehrerin Sandra Dahlmann.  „Sie möchte unsere Sehweise hinterfragen und möchte, dass wir außerhalb unserer Schubladen denken.“ Außerhalb von Schubladen – dazu gehört sicherlich auch mit Handtüchern über den Marktplatz zu schlendern.

(Text hk/sd, Fotos: Dahlmann)

Willkommen in der Krisenregion

Institute française ermöglicht GSA-Schülern einen Erlebnisbericht aus dem frankophonen Afrika

Was will ich nach der Schule machen? Eine Frage, die regelmäßig zu Stirnrunzeln bei Abiturienten führt. Die Wahl zwischen Ausbildungen und Studiengängen ist gewaltig und verunsichert. Kein Wunder also, dass immer mehr Abiturienten erst einmal ihre Sachen packen und in die Welt hinausziehen oder sich ein Jahr freiwillig sozial engagieren. Gleich die Chance zu einer Kombination aus beidem hat Julius von Diegardt (19) ergriffen: Dabei zog es ihn nach Burundi — einem Staat, von dem die meisten nicht einmal wissen, dass er existiert. Zuvor machte er sich aber nach bestandenem Abi erst einmal auf nach Frankreich und verbrachte drei Monate in Montpellier, um Französisch zu lernen – eine der Amtssprachen in Burundi.

Zurück in Deutschland erzählt er anderen Schülern von seinen Erfahrungen und welchen Stellenwert dabei die französische Sprache gespielt hat. Mark-Alexander Schreiweis vom Institut français in Düsseldorf, der gemeinsam mit dem 19-Jährigen das Gymnasium Siegburg Alleestraße besuchte, möchte, dass mehr junge Menschen Französisch lernen. Hierfür pickt er sich junge Leute mit spannenden Auslandserfahrungen heraus, um auch für die französische Sprache zu werben. Schließlich sprechen 270 Millionen Menschen auf der Welt Französisch. Am GSA stoßen beide da auf offene Ohren, denn seit 20 Jahren sticht das Gymnasium durch das bilinguale deutsch-französische Profil heraus.

Burundi, der Staat mit dem viertniedrigsten BIP der Welt, ist krisengeschüttelt – Rassenunruhen, Korruption, Misswirtschaft, Hungersnöte und das alles vor dem Hintergrund, dass der letzte Bürgerkrieg erst ein paar Jahre zurückliegt. Vor Ort traf Julius von Diegardt auf bittere Armut, Menschen mit wenig Kleidung und ohne Zugang zu fließendem Wasser. Er berichtet auch von Schüssen auf einem Fußballplatz und anderen gefährlichen Situationen. Das klingt nach Abenteuer, aber auch nach einer Chance Hilfe zu leisten, die vor Ort dringend benötigt wird. In der Hauptstadt Bujumbura engagierte sich der 19-jährige im „Centre Nouvelle Espérance“, welches von den Afrika Missionaren geleitet wird. Im Mittelpunkt der humanitären Hilfe standen Angebote für Menschen HIV-Infektion. Denn vor Ort sollte er, zusammen mit dem Team des Zentrums, den infizierten Menschen eine Stütze sein, ihnen neue Perspektiven aufzeigen. Er gab Informationen zu der Infizierung, ermutigte sie zur Aufnahme einer Ausbildung und unterstütze sie bei der Existenzgründung. Ohne sprachliches Rüstzeug ist eine solche Arbeit kaum zu leisten.

Julius von Diegardt selbst bekam organisatorische Hilfe von seinem Onkel, der auch in Burundi tätig war. "Für ein Visum braucht man allerdings eine Einladung aus dem Land", sagte er.

Die gesammelten Erfahrungen im krisengeschüttelten afrikanischen Binnenstaat will er selbst nicht mehr missen. Eine Leidenschaft zu helfen, die sich nur allzu leicht auf die Zuhörer überträgt.

(Text hk, tl, Fotos Hans Klein)

Die eigene DNA im Rucksack

Genetik-Workshop der Jahrgangstufe 9

„Was hast du heute von der Schule mitgebracht?“ – „Meine eigene DNA!“. So oder so ähnlich könnten in den letzten Tagen einige Gespräche von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums Siegburg Alleestraße abgelaufen sein. Diese bekamen bei einem Besuch von zwei Biologinnen der ZDI-Initiative (Zukunft durch Innovation) nämlich die Chance ihre eigene DNA zu sehen und sogar mit nach Hause zu nehmen.

Nach einer Einweisung in die vielen mitgebrachten Laborgegenstände, wie zum Beispiel spezielle Pipetten, welche Flüssigkeiten ganz genau abmessen können, ging es für die Schülerinnen und Schüler der Biologieklasse von Nina Kluth erst einmal mit ein paar Übungen los. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in Zweiergruppe zusammen und lernten, wie man richtig mit den Pipetten umgehen soll, um später auch ein gutes Ergebnis zu bekommen. Nachdem die ersten Versuche fast fehlerfrei funktioniert haben, begann das eigentliche Experiment. Die Nachwuchs-Laboranten nahmen mithilfe von Mineralwasser eine Probe ihres Speichels und pipettierten diesen in Reagenzgläser. Durch das Hinzufügen verschiedener Chemikalien und anschließendem Verarbeiten in weiteren Gerätschaften der Biologinnen konnte man schließlich in jedem Reagenzglas deutlich eine Art weißen zusammengeknüllten Faden erkennen. Die Schülerinnen und Schüler hatten erfolgreich ihre DNA sichtbar gemacht, welche sie am Ende des Tages auch mit nach Hause nehmen konnten.

Danach wurden noch weitere faszinierende Experimente gemacht und die beiden Biologinnen konnten das Interesse für Biologie in vielen Jugendlichen wecken. Deshalb erzählten sie am Ende nochmal von vielen der verschiedenen Berufe im Bereich der Biologie. Wer weiß, vielleicht denkt einer der Schülerinnen und Schüler ja nun über einen Beruf in dieser Richtung nach – diese Hoffnung hat die ZDI-Initiative, welche gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Berufe aus dem MINT-Bereich fördern möchte. Diese Berufe seien nicht mehr so gut besetzt wie früher einmal, so die Biologinnen. Wenn man die begeisterten Junglaboranten der 9. Klasse sieht, könnte dieses Problem in Zukunft vielleicht kleiner werden.

(Text hk, lk/ Fotos: Nina Kluth)

Am Haken

Deutsch-Französischer Austausch in Siegburg stellt Teamgeist in den Fokus

Wie viele Geschäfte mit französischem Namen oder französischen Produkten Siegburg beherbergt, wann der nächste französische Markt, le marché français, stattfindet, wie die französische Partnerstadt von Siegburg heißt und was das „château Berts“ ist- solche und andere Fragen lösten die deutsch-französischen Schülergruppen bei einer Stadtrallye zu den französischen Spuren in Siegburg direkt am ersten Tag des Austausches nur gemeinsam. Gemeinsamkeiten fanden die 31 Partnerschülerinnen und -schüler der Jahrgangsstufe 8 des Gymnasiums Siegburg Alleestraße hierbei viele. Doch natürlich gibt es auch Unterschiede zu entdecken und zu zelebrieren, wie etwa zuvor beim deutschen Frühstück in der Schule: Schwarzbrot, Käse, Schinken, Salami, unterschiedliche Aufstriche und sogar kleingeschnittenes Gemüse - ein Kontrastprogramm zum petit déj à la française, das international im Gegensatz zur französischen Küche nicht gerade durch seine Vielseitigkeit der Geschmackserlebnisse bekannt ist. Des einen Freud‘, des anderen Leid - solange nur das Schwarzbrot den großen interkulturellen Unterschied markiert, ist alles in Butter. Denn die Zeiten, auf die Bürgermeister Franz Huhn bei seinem mit persönlichen Anekdoten angereicherten herzlichen Empfang der deutsch-französischen Schülergruppe im Rathaus einging, sind für die Schülerinnen und Schüler heute glücklicherweise nur noch bedingt nachvollziehbar: dass eine deutsch-französische Freundschaft eine politische Dimension wie zu Zeiten De Gaulles und Adenauers haben könnte, ist für die meisten Achtklässlerinnen und Achtklässler heute keine primäre Motivation mehr. Dies wertet eine aktuell real erlebte deutsch-französische Freundschaft aber gar nicht ab: „Unternehmt viel zusammen, feiert eine Party!“, mit diesen sehr schülernahen und dem Austauschprogramm bekräftigenden Worten entließ der Bürgermeister die Schülergruppe zum Partnerschaftsverein, wo sich alle von der gewachsenen Tradition seiner Gastfreundschaft bei einem gemeinsamen Pizzaessen überzeugen konnten.

Zur Förderung der nachbarschaftlichen Freundschaft setzte das Programm der weiteren gemeinsamen Tage den Schwerpunkt auf gemeinschaftlich erlebte Aktionen, ob bei der Besteigung des Drachenfelsens und der Begegnung mit der Nibelungen-Sage, beim Bonn-Tag mit Haus der Geschichte-Besuch und obligatorischem Abstecher zu Haribo, bei der deutsch-französischen Feier am Freitagabend in der Mensa mit den Familien oder dem Klettern in der Kletterhalle Arena Vertikal in Spich. Hierbei hielten sich Deutsche und Franzosen nicht nur sprichwörtlich am Haken, denn die Sicherungshaken mussten die jeweils anderen kontrollieren und sichern. Schöner kann man gegenseitiges Vertrauen und auch die Übernahme von Verantwortung wohl nicht verdeutlichen, bestätigten auch die Sportlehrer Tobias Horn und Benjamin Kraus, welche die Austauschlehrer bei der sportlichen Aktion unterstützten. Und die Schülerinnen und Schüler waren einfach mutig - und toll.

(text: hk, bg, Fotos: bg)

   
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