Förderung  

   

Unsere Erde aus neuen Blickwinkeln

GSA schließt Kooperationsvertrag mit der Ruhr-Universität Bochum

„Wir sind nur ein Sandkorn im großen Sandkasten der Erde“, so beschreibt Schülerin Lea Brünagel ihre Erfahrungen im Differenzierungsfach Geographie-Physik. Denn hier wird mit Satellitenbildern gearbeitet, die live in den Unterricht eingebunden werden. Solch ungewöhnliche Blicke auf unsere Welt verdankt das Gymnasium Alleestraße (GSA) wissenschaftlichen Partnern, zu denen jetzt auch die Ruhr-Universität Bochum gehört. In diesen Tagen traf man sich zur feierlichen Unterzeichnung des Kooperations­vertrags. „Es geht darum Türen aufzustoßen“, erklärt Carsten Jürgens, seit 2004 Professor für Geo-Fernerkundung in der AG Geomatik des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum. Das Pilotprojekt „Kepler ISS“ soll dabei helfen. Wissenschaft finde nicht im Elfenbeinturm stattfinden, sie habe vielmehr einen praktischen Nutzen.

Bereits seit Oktober 2009 kooperiert das GSA dank der engagierten Initiative von Erdkundelehrerin Christina Müller mit der Bonner Uni. Die Projekte „Fernerkundung in Schulen (FIS)” und „Columbus Eye“ werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert, die Mittel vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gestellt. Ziel ist es, Schülern die Grundlagen der satellitengestützen Fernerkundung zu vermitteln. Auch lernen sie, die Daten im Hinblick auf fachspezifische Fragestellungen auszuwerten. Das GSA als Partnerschule mit FIS-Zertifikat setzt die digitalen Unterrichtsmodule regelmäßig im Geographieunterricht ein. In Zusammenarbeit mit „Columbus Eye“ und Partnern bei DLR, NASA und dem Deutschen Amateur- und Radioclub (DARC) e.V. kam es 2014 sogar zu einem erfolgreichen Live-Call mit Astronaut Alexander Gerst, der von der Internationalen Raumstation (ISS) aus rund 20 GSA-Schülern Rede und Antwort stand.

Angeboten am GSA wird das neue Differenzierungsfach Geographie-Physik seit dem Schuljahr 2016/17 für die Jahrgangsstufen 8 und 9. „Geographie ist an sich ein interdisziplinär angelegtes Fach“, erklärt Christina Müller. Seit kurzem setzt sie auch die  Unterrichtsmaterialien der Nachfolgeprojekte „Kepler ISS“ und „FIS III“ der AG Geomatik des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum (GRG) ein. Dazu gehört z.B. ein von der NASA zur Verfügung gestellter Live-Stream vom Columbus Labor der ISS. „Bei den Schülern kommt das gut an“, so Müller, der Einsatz von GPS, von Apps und Augmented Reality im Unterricht wirke motivierend. Bemerkenswert, dass das Fach vermehrt von Mädchen gewählt wird. Das lässt auf ihr verstärktes naturwissenschaftliches Interesse hoffen, während gleichzeitig die erste deutsche Astronautin auf ihren Flug ins All vorbereitet wird. Dorthin, wo sie die Erde so wahrnehmen wird wie die Schüler – als Sandkasten. (text: hk/ml. / September 2017 / Fotos: H. Klein)

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