Aktien, Fonds und Dividenden

Erster schulinterner Aktienhandels-Wettbewerb des Faches Sozialwissenschaften

„Ich habe besonders in Aktien des Leverkusener Chemieunternehmens Lanxess investiert.“ - „Ich ebenso. Und als ich von der Nachricht hörte, dass ein großer Konkurrent von Lanxess pleitegehen würde – und angesichts der Tatsache, dass es dort keine großen Konkurrenten in diesem Spezialsektor gibt – habe ich nochmal 600 Aktien von diesem gekauft. Und in kürzester Zeit stieg deren Wert um 15 € pro Aktie – das waren nochmal 9000€ Gewinn innerhalb von drei Tagen.“

Was wie ein Gespräch unter Börsenmaklern klingt, fand so am Gymnasium Siegburg Alleestraße statt. Hier unterhalten sich nicht ausgebildete Finanzanalysten, sondern die Gewinner des ersten schulinternen Wettbewerbs zum Aktienhandel. Hier mussten die über 100 Teilnehmenden mit virtuellen 25.000 Euro am echten deutschen Aktienmarkt handeln.  

Die teilnehmenden Sowi-Kurse der Qualifikationsphase, sowie die Schülerinnen und Schüler des Differenzierungsfaches Politik-Wirtschaft der 8. Klasse, mussten hier also genau Wirtschaftsnachrichten, Kursentwicklungen und Prognosen im Auge behalten. Dabei war der Differenzierungskurs, der sich auch vertieft mit wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzt, nicht sogleich abgehängt, sondern konnte mit den Großen mithalten.  Ein Gewinner, Vito Erschbaumer, kommt sogar aus der 8. Klasse: „Dabei sehe ich es auch als Erfolg an keinen Verlust zu machen.“  Da können ihm die anderen nur zustimmen. Seine Gewinnstrategie war es sich besonders auf Chemie- und Biotechnologieunternehmen zu konzentrieren. „Denen gehört die Zukunft“.

Eine ähnliche Investitionsstrategie hatte auch Lisa Steckelbach aus dem GK Q1, welche besonders mit einer Langzeitinvestition in das Carsharing-Unternehmen Alphabet Gewinn gemacht hat. „Manche Schwankungen sind natürlich nur sehr kurzfristig. Die Schülerinnen und Schüler hatten einen Monat Zeit, da können sich mittelfristige Strategien schon auszahlen.“, bestätigt der betreuende Sozialwissenschaftslehrer Hans Klein.  „Einen kühlen Kopf zu bewahren ist natürlich dann besonders leicht, wenn es nicht um echte 25.000 € geht.“, gesteht die Gewinnerin.

Dabei lernten die Jungaktionäre nicht nur, dass es sich lohnen kann zu zocken. „Viele Teilnehmer haben große Verluste gemacht. Gerade der Bitcoin zog erst einmal viele Investoren an. Durch massive wie risikoreiche Investitionen und rapide Kurzabstürze hat ein Schüler in kürzester Zeit 19.000 Euro verloren. Auch so lernt man.“

Auf dem ersten Platz war Jan Henric Over aus dem Q1 Leistungskurs. Er konnte am Ende des Monats mit virtuellen 33.700€ glänzen. Viele der Teilnehmer hören nach dem Wettbewerb nicht auf und handeln, informieren, prognostizieren weiter. Und was kann ein Wettbewerb mehr erreichen?

(Text: hk/ Foto: Shayan Farkhondeh)

   
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