Was liegt da eigentlich im Kühlschrank?

Differenzierungskurs besucht Käserei in Much

Er ist in fast jedem Kühlschrank zu finden und auch ein sehr beliebter Brotbelag.  Was gemeint ist? Käse natürlich! Für viele ist er aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und dies ist Grund genug für die Schülerinnen und Schüler des Differenzierungskurses „Biologie, Chemie & Ernährungslehre“ der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasium Siegburg Alleestrasse, um sich ein bisschen näher mit ihm zu beschäftigen. Deshalb unternahmen sie mit ihren Fachlehrerinnen Simone Pullwitt und Elsa Hernekamp-Schmidt eine Exkursion nach Much. Ein abgelegener Ort, doch die Reise lohnt sich. Etwas abseitig in Much Reinshagen befindet sich auf einem ehemaligen Bauernhof die Käserei „Jule’s Käsekiste“.

Dort zeigte der Inhaber der Käserei, Rainer Schmitz, den jungen MINT-Begeisterten, wie genau Käse hergestellt wird. Dafür mussten sie alle aber zunächst Schutzkleidung zur Hygiene anziehen und ihre Hände desinfizieren, weil sie während des laufenden Produktionsbetriebs in die Käserei gingen. Die von Rainer Schmitz persönlich geleitete Führung begann im Verarbeitungsraum. Der Einblick, den er vermittelte, war dabei auch deshalb so umfassend, da er selbst früher Milchbauer war. Für ein Kilogramm Käse wird durchschnittlich zwischen vier und 15 Liter Milch benötigt – also eine durchaus entscheidende Zutat. Im Verarbeitungsraum der Rohmilch war es recht heiß, feucht und - wie zu erwarten – roch es stark nach Käse. Dort zeigte Herr Schmitz dem Kurs, wie Käse hergestellt wird: Von der Milch zur Gallerte, nach der Messerprobe durch die Käseharfe zum Käsebruch, anschließend in die Formpresse und zum Schluss in den Reiferaum. Im kalten Reiferaum betrachteten die Schülerinnen und Schüler die reifenden Käselaibe auf Holzbrettern und die Salzbäder. Während der Führung erläuterte Herr Schmitz den Schülern den Unterschied zwischen seinem Käse und einem industriell hergestellten Käse. Denn anders als heute häufig üblich setzt er auf eine Zubereitung ohne Chemiebaukasten und genügend Zeit zum Reifen des Käses. Doch das hat natürlich auch seinen Preis. Zum Schluss der Führung hatten die Mitarbeiter ein schönes, kleines Mittagessen aufgebaut, bestehend aus ein paar Getränken, Baguette und natürlich eigenem Käse. Die Schülerinnen und Schüler probierten alle möglichen Sorten aus: Vom Bärlauch-Käse über Brennnessel-Käse bis zum Knoblauch-Käse war alles dabei. Kurz bevor die Gruppe wieder fahren wollte, bekam jeder noch eine Tüte mit zwei Stücken Käse geschenkt. Ob die allerdings alle daheim im Kühlschrank angekommen oder bereits auf der Heimfahrt verzehrt wurden, ist bei so viel Käsefaszination ungeklärt.

(Text: hk, sm, Fotos: Pullwitt)

   
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