Förderung  

   

Straßen, Deko und der Vorteil von Körben

Projektunterricht beschäftigt sich mit dem bunten Thema Müll

Was ist die zweitgrößte Insel der Welt? Neuguinea? Borneo? Madagaskar? Erstere wäre wohl mit fast 800.000 km² die klassische Antwort. Wenn man allerdings die 80.000 Tonnen Plastikmüll dazu zählt, welche in einem Gebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometern im Pazifik treiben, ist sie vom zweiten Platz weit entfernt. Die Müllinsel ist dreimal so groß wie die Fläche Frankreichs, berichtete das Fachblatt "Scientific Reports". Im Atlantik und im indischen Ozean sieht es nicht besser aus. Ein effektives Recycling ist auch in Deutschland oft nicht gegeben, immer häufiger wird Müll in Länder exportiert, die ihn notfalls ins Meer kippen.

Grund genug also für das Fach Projektunterricht, welches als Teil der Begabtenförderung für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Siegburg Alleestraße eingerichtet ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sich mit dem Thema Müll auseinanderzusetzen erfordert dabei selbstständiges und kreatives Arbeiten in naturwissenschaftlichen sowie geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereichen. Der Projektunterricht findet als Einzelstunde einmal wöchentlich jahrgangsübergreifend statt und sorgt durch das Doppelstundenprinzip für keine Versäumnisse im regulären Unterricht. Unter fachlicher Leitung durch die Lehrerin Tuba Celik, die insbesondere beratend tätig wird, können hier 22 Schülerinnen und Schüler alleine, zu zweit und in kleineren Gruppen fächerübergreifende Projekte erarbeiten. Außerdem werden sie auf Wettbewerbe, Akademien und Praktika vorbereitet. Ein System, das Interesse weckt – so berichtete der General-Anzeiger über die Leistungsförderung am GSA.

Ihre Ergebnisse konnten die Projektschülerinnen und –schüler in der Mensa interessierten Eltern, Schülern und Lehrern präsentieren. Zur Eröffnung wurden Filme und ein von Henry Sorg mit der Ukulele präsentiertes Lied zum Thema gespielt. Für das Müllproblem wurden viele Lösungsideen vorgestellt. Einerseits sollte man versuchen möglichst verpackungsfrei zu leben, um die Müllmenge zu reduzieren. Diese ist in Deutschland im europäischen Vergleich sogar besonders hoch. Gleichzeitig sollte der Rohstoff „Plastikmüll“ aber auch besser genutzt werden. Joshua Lison präsentierte daher die Idee, für den Straßenbau geschredderten Plastikmüll zu verwenden. Da Plastik als Bodenbelag mitschwingt, wird gleichzeitig noch der Benzinverbrauch reduziert, während zudem die Baukosten, Reparaturzeiten und die Haltbarkeit zu Gunsten der Plastikstraße ausfällt. Auch Bodenfliesen oder ganze Häuser könnte man folglich möglicherweise auch aus Plastik herstellen. Upcycling ist ein weiteres häufig genanntes Thema. Die Müllmenge lässt sich dadurch reduzieren, dass man versucht aus Müll neue Produkte herzustellen – so präsentierten die Schülerinnen Gina und Leonie Tiltmann. Das klassische Recycling kann aus Plastikmüll zumeist nur minderwertiges Plastik zurückgewinnen, welches nur noch für wenige Produkte einsetzbar ist. Damit das Recycling besser funktioniert, informieren andere Schülerinnen und Schüler über Mülltrennung. Denn es gibt eine Unzahl an Müll, welcher in der Regel falsch zugeordnet wird. Wussten Sie, dass Pizzakartons, Kassenbons und Kartons von Tiefkühlware in der Regel nicht in den Papiermüll gehören? Auch könnten Roboter besser für eine Mülltrennung programmieren lassen, um solche häufigen Fehler zu korrigieren. Bei so vielen Ideen kann man nur hoffen, dass auch in Zukunft Grönland die größte Insel der Welt bleibt. Doch dafür müssen wir alle etwas tun.

(Text: hk, Fotos: Klein)

aus der Presse:

 

   
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