Wie man den Nationalsozialismus überlebt

Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano schildert ihre Erlebnisse

Wie man den Nationalsozialismus überlebt

Als ihre „zweite Geburt“ bezeichnete Esther Bejarano ihre Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Die Schülerinnen und Schüler aus der Klassenstufe 9 und der Oberstufe des Gymnasiums Siegburg Alleestraße hörten wie gebannt den Schilderungen der heute 94-jährigen zu. Von ihrer Ankunft im Viehwaggon 1943 in Auschwitz, vom Lagerleben, von Typhus und Keuchhusten, von der Aufnahme ins Lagerorchester, was ihr schließlich das Leben rettete. Und von ihrer Flucht auf einem der Todesmärsche im Januar 1945. Der Krieg endete für sich mit einer Restauranteinladung von amerikanischen GIs, die gemeinsam mit russischen Soldaten das Kriegsende feierten. Sie spielte Akkordeon, ein Geschenk eines Amerikaners, während ein großes Porträt von Hitler auf der Straße verbrannte.

Die Musik rettete ihr damals das Leben und so sang sie heute in der Aula der Alleestraße gemeinsam mit ihrem Sohn Joram am E-Bass und Kutlu Yurtseven von der Mircrophone Mafia deutsche, jiddische und italienische Lieder und Balladen, die den Bogen zur Gegenwart spannten, indem gegen Rassismus und gegen das Vergessen angesungen wurde. „Ich werde so lange singen, bis es keine Nazis mehr auf der ganzen Welt gibt,“ hatte Bejarano einmal erklärt. Dies tat sie mit viel Energie und Lebendigkeit, sodass viele Schülerinnen und Schüler berührt und beeindruckt waren.

 von links: Andrea Heinzen, Rebekka Hagedorn, Norbert Michels (Geschäftsführer des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln),Joram Bejarano, Sabine Trautwein (Schulleiterin)

untere Reihe von links: Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia) und Esther Bejarano

Weder der beste Unterricht noch ein Film können an die Intensität dieser Zeitzeugenberichte heranreichen, erklärte Schulleiterin Sabine Trautwein zur Begrüßung. Auch Norbert Michels vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln ermahnte die Schüler zu Wachsamkeit gegen rechte Populisten und dazu, sich gegen diese zu erheben. Eine jüdische Weisheit lehrt: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, den kann es die Zukunft kosten!“ Auschwitz ist nicht nur ein Ort schrecklichster Menschheitsverbrechen, sondern auch ein Weckruf, im Hier und Jetzt Verantwortung zu übernehmen, um eine menschenfreundliche und couragierte Gesellschaft mitzugestalten. „Mischt euch ein!“, forderte daher die Siegburger Vizebürgermeisterin Dr. Susanne Haase-Mühlbauer. Damit sich diese Geschichte nie mehr wiederholt!

Die Veranstaltung wurde ermöglicht durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, der evangelischen Kirche in Siegburg sowie des Fördervereins des GSA.

(Text: Hans Klein, Rebekka Hagedorn; Bilder: Hannah Puczynski)

aus der Presse:

   

Auszeichnungen  

 
 
 
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