Auf den Spuren unserer Energiegewinnung im Rheinischen Braunkohlerevier

EF-Geographie-Kurse des Gymnasium Siegburg Alleestraße besichtigten den Braunkohletagebau in Garzweiler

Die Schlagworte „Klimawandel“, „Energiewende“ sowie „erneuerbare Energien“ prägen die Diskussionen um die zukünftige Ausrichtung der Energieversorgung in Deutschland. Aktuell dominieren aber im hohen Maße die fossilen Primärenergieträger den Markt – so auch die heimische Braunkohle im Rheinischen Revier.

Welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen die Förderung fossiler Energieträger hat, konnten alle fünf EF-Geographie-Kurse in Begleitung ihrer Lehrer Beate Marner, Ramona Hunzelmann, Andrea Heinzen und Marcus Hochscheid in Erfahrung bringen. Die im Geographie-Unterricht erarbeiteten Inhalte zur Energieversorgung, bzw. ganz speziell zum Braunkohletagebau in Garzweiler, werden vor Ort praktisch und anschaulich vertieft.

Schnell wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich: In keinem anderen Bereich der industriellen Erschließung in Deutschland werden Landschaft und Natur vom Menschen so weitgehend beeinflusst wie beim Abbau von Braunkohle. Die Dimensionen sind gewaltig und nicht minder beeindruckend: Großflächig muss gewachsene Kulturlandschaft dem Tagebau weichen, landwirtschaftliche Nutzflächen und ganze Siedlungen verschwinden, Flüsse, Autobahnen und Straßen müssen verlegt werden – auf einer fast 31 km² großen Fläche. Die Schaufelradbagger, die in der Führung vom Bus aus ganz nah gesehen werden konnten, beeindruckten ebenfalls durch ihre Mächtigkeit.

Die Kritik an fossilen Energieträgern ist laut, doch die "letzte Runde" des Braunkohletagebaus scheint erst 2038 mit dem geplanten Kohleausstieg in Deutschland zu kommen. Grund genug für die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Zwangsumsiedlung durch die Braunkohleförderung kritisch zu hinterfragen, nachdem man "neue" Ortschaften und Rekultivierungsflächen ganz aus der Nähe besichtigte.

Inwieweit die Braunkohle im zukünftigen Energiemix durch regenerativen Energien abgelöst wird oder angesichts des Widerstands von Umweltaktivisten und Anwohnern überhaupt noch eine Zukunft haben kann, diskutieren auch die Schülerinnen und Schüler. Eine spannende Frage im Kontext des Braunkohleabbaus mit jahrzehnter langer Tradition und „Fridays for Future“.

(Text: Andrea Heinzen, Fotos: Hochscheid/Heinzen)

   
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