Das Geheimnis steckt unter der Oberfläche

Der Bio-LK auf Exkursion am „Heiligen Meer“ - Ein Bericht von Justin Ellmar und Benoît Monteils

Unsere dreitägige Biologie-Exkursion führte uns zum Naturschutzgebiet „Heiliges Meer“ in der Nähe von Ibbenbüren im Norden von NRW, eine anhand von Pollenanalysen auf 2000 Jahre alt bestimmte Sumpflandschaft. Trotz des Namens hat dieses mit Heiligtümern nichts zu tun – so stammt das Wort vermutlich eher vom germanischen „hel“ für „schlimm“ ab. Entschieden wenig „schlimm“, sondern vielmehr herzlich war der Empfang vor Ort durch die Mitarbeiter des Naturschutzgebietes, die uns zunächst in einem theoretischen Teil des Programms das „Ökosystem See“ näher brachten.

Anschließend konnten wir – mit Gummistiefeln gerüstet - das theoretisch Gelernte bei einer Begehung des Naturschutzgebietes sofort anwenden. Hierbei führten wir unterschiedliche Gewässerproben durch, um dem „Heiligen Meer“ seine Geheimnisse zu entlocken. Wer arbeiten kann, muss sich auch entspannen können, und so freuten wir uns nach einem ereignisreichen und interessanten Nachmittag im Außenbereich auf ein appetitliches Abendessen mit anschließendem gemeinsamen Spieleabend.

Der nächste Tag startete nach einem gemütlichen Frühstück um neun Uhr mit einer weiteren Einweisung. Danach ruderten wir auf den See hinaus, um das Wasser in unterschiedlichen Tiefen auf verschiedene Merkmale wie den pH-Wert, die Temperatur, die elektrische Leitfähigkeit und weitere Merkmale hin zu prüfen. Anschließend suchten wir in Ufernähe nach einigen Teichmuscheln – leider vergebens. Auch das ist Arbeit von Biologen. Insgesamt konnten wir aber durch die am Vormittag gesammelten Daten einen genaueren Einblick in das „Ökosystem See“ gewinnen. Deshalb ließen wir es uns auch nicht nehmen, erneut auf das „Große Heilige Meer“ hinauszurudern, wo wir selbstständig weitere Parameter mit anderen Messmethoden feststellten. Außerdem holten wir mit Hilfe eines Sedimentbaggers ein wenig Seeboden – die so genannte „Mudde“ – zu weiteren Untersuchungen hoch. Nun kam ein besonders altes Messinstrument zum Einsatz: damit konnte man nun sehr gut riechen, aus welchen Bestandteilen die Mudde zusammengesetzt ist. Zurück im Kursraum der Station erstellten wir mit Hilfe der gesammelten Daten ein ausführliches und sehr präzises Vertikalprofil des Sees, das einen schnellen Überblick über seinen Gesamtzustand gibt.

Am nächsten Morgen ging es per Boot auf die Jagd nach sehr kleiner Beute: „Plankton-Fischen“ stand auf dem Programm. Mit einem sehr feinen Kescher sammelten wir in verschiedenen Abschnitten einer bestimmten Route Proben zum anschließenden mikroskopieren. Und siehe da: Es wimmelt nur so von den mikroskopisch kleinen Lebewesen im See! Gegen Mittag, nachdem wir die Mikroorganismen genauer inspiziert und identifiziert  hatten, machte wir uns auf den Rückweg nach Siegburg. Es war eine sehr tolle Chance, das Ökosystem „See“  kennenzulernen. Und obwohl der See nichts mit „Heiligkeit“ zu tun hat – himmlisch war der Ausflug allemal.

(Text: hk/Justin Ellmer und Benoît Monteils /März 2017/Fotos: Kempe-Weitkamp) 

   
© GYMNASIUM SIEGBURG ALLEESTRASSE - Alleestraße 2 - 53721 Siegburg - Tel: 02241 - 102 - 6600 / Fax: 02241 - 102 - 6612