Fernes Afrika ganz nah

Zwei Mitarbeiter einer Bildungsorganisation aus Benin zu Gast im GSA

Wie die Schulen in Frankreich, den USA oder Großbritannien sind – das wissen viele Jugendliche aus eigener Erfahrung oder aus Film und Fernsehen. Doch im westafrikanischen Küstenland Benin? Da können die EF-Schüler des Erdkundekurses von Ramona Hunzelmann nur staunen - und  Fragen stellen. Dazu hatten sie jetzt eine seltene Gelegenheit, denn im Rahmen der Entwicklungs­zusammenarbeit und auch, um kulturelle Kontakte und mögliche zukünftige Kooperations­partnerschaften zu knüpfen, konnte Schulleiterin Margret Sagorski gleich zwei Gäste aus diesem fernen Land begrüßen. Jules Tohountodé und Edmond Kodjo, die auf Initiative von Hunzelmann kamen, sind für die Organisationen Education Service International (ESI) und Pro Dogbo unterwegs. Beide Organisationen setzen sich für die Bildung der Beniner ein und legen einen Schwerpunkt auf die Schüler- und Ausbildungshilfe, indem sie u.a. finanzielle Barrieren abbauen. So ist in Benin zwar die Schule selbst kostenfrei – „doch benötigen viele Eltern Unterstützung, um Schuluniformen, Lehrbücher oder anderes Unterrichtsmaterial zu finanzieren,“ weiß Ramona Hunzelmann, die – dank ESI – das Land bereits zweimal bereiste, um vor Ort Unterrichts-Workshops für Lehrer zu gestalten. Jules Tohountodé arbeitet als Geschäftsführer für ESI, Edmond Kodjo ist Buchhalter bei ESI und zugleich bei Pro Dogbo tätig.

Nicht nur die Schüler profitierten vom Besuch der Gäste. Umgekehrt bekamen die Gäste interessante Einblicke in das deutsche Schulsystem. „Am meisten überraschte uns die Vielfalt bei Kleidung und Frisuren,“ gestanden sie, „denn in Benin gibt es für alle Altersstufen Schuluniformen.“ Erstaunlich fanden sie aber auch die vergleichsweise geringe Größe der Kurse und Klassen. In Benin sei es nicht ungewöhnlich, dass bis zu 60 Kinder in einer Klasse sind. Zahlen, bei denen die Jugendlichen große Augen machten.

Wenn es allerdings um Arbeitslosigkeit, Import oder Export geht, ist das so fern erscheinende Land plötzlich ganz nah. Vor der westafrikanischen Küste überfischen EU-Unternehmen die bereits arg dezimierten Bestände; die hohen Importauflagen der EU machen es dem afrikanischen Land schwer, Waren nach Deutschland zu verkaufen, umgekehrt werden große Mengen von der EU nach Benin exportiert. „Dabei ist Benin zwar ein relativ armes Land, es besitzt aber eine hohe politische Stabilität und somit anhaltenden Frieden, der uns stolz macht“, erklärt Edmond Kodjo.  Sichtlich gerne stellten sich die beiden Gäste den Fragen zu ihrer Heimat – das Interesse der Schüler war offenkundig. So blieb am Ende auch die Frage: „Kann man Benin auch mal besuchen?“ (hk / Juni 2017/  Fotos: H. Klein, R. Hunzelmann)

aus der Presse:

   
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