Förderung  

   

Strukturen des Unterrichts

Ganztag in Erprobungs- und Mittelstufe

Seit dem Schuljahr 2009/10 wird unser Gymnasium im Ganztag geführt. Wir wollen damit auf zukünftige Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft reagieren: Auf die Verkürzung der Schulzeit und auf die Notwendigkeit des Erwerbs von Schlüsselqualifikationen für erfolgreiches und verantwortliches Handeln in der künftigen Berufswelt unserer Schüler und Schülerinnen, wo diese mehr denn je mit spezifischen und komplexeren Erwartungen konfrontiert werden.

Auch unser Ganztagskonzept knüpft an die in unserem Schulprogramm verankerten Grundwerte und Ziele an, aus denen heraus wir unsere pädagogischen Schwerpunktsetzungen entwickelt haben. In den Angeboten des Ganztages wollen wir unsere Schüler und Schülerinnen ganzheitlich wahrnehmen und sie in ihrer kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung begleiten und stärken durch

  • die Vermittlung von Grund- und Fachwissen, das zum Studium befähigt
  • durch die Ausbildung von Schlüsselqualifikationen (Lern- u. Leistungsbereitschaft, Methodenkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Kooperations- und Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Mut zur Umsetzung eigener Ideen, Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Schwächen) sowie
  • die Förderung der Kreativität.

Dies wollen wir durch erweiterte Unterrichts- und AG-Veranstaltungen, außerunterrichtliche Projekte sowie Forder- und Fördermaßnahmen erreichen.

Mit einer geeigneten Rhythmisierung des Schultages und der Schulwoche, die – orientiert an ganzheitlicher Wahrnehmung unserer Schüler und Schülerinnen – eine Balance von Arbeits- und Regenerationsphasen ermöglicht sowie einer zusätzlichen Versorgung mit einem qualitativ angemessenen Mittagessen, welche auch die Gesundheit und Leistungsbereitschaft bewusst in den Blick nimmt, lässt sich die Effektivität von Lernen deutlich steigern.

Schule als Lern- und Lebensraum

Ganztag bedeutet, dass an drei Tagen in der Woche die Schüler und Schülerinnen bis mindestens 15 Uhr in der Schule anwesend sind. Es handelt sich hierbei um die sogenannten „Langtage“. Diese Langtage sind an unserem Gymnasium auf Montag, Mittwoch und Donnerstag festgelegt, deren Rhythmisierung auf die Lern- und Leistungskurven von Kindern und Jugendlichen abgestimmt ist.

Von der 1. bis zur 5. Stunde wird fachwissenschaftlich gearbeitet. Die Mittagspause der Jahrgangsstufen 5 - 9 liegt in der 6. Stunde.

Nach der Mittagspause finden weiterer Unterricht sowie Förderstunden und auch AG-Stunden statt. Hier wird in der Regel wiederholt, erklärt, geübt, möglichst kein „akademisches Neuland“ betreten. Zwei fest integrierte Lernzeiten sind im Stundenplan verankert und werden von unseren Fachlehrern und Fachlehrerinnen betreut.

Die Klassen 5 - 6 nehmen jeweils verbindlich an einem Langtag gemeinsam mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin die Mittagsmahlzeit in unserer Mensa ein.

Nach der Einnahme des Mittagessens bleiben den Schülern und Schülerinnen in der Regel noch ca. 35 Minuten zur freien Gestaltung ihrer Pausenzeit. Für diesen Zeitraum macht die Schule Angebote, die sowohl dem individuellen Bedürfnis nach Bewegung als auch dem nach Ruhe Rechnung tragen. (Mach mit!-Angebote). Auch Hilfen bei Lernproblemen können in der Mittagspause in Anspruch genommen werden (Frag nach!-Angebote).

An einem Langtag kann die letzte Stunde (eine AG-Stunde) durch einen Kooperationsvertrag mit außerschulischen Partnern, z.B. ein Sportverein, abgegolten werden. Dienstags und freitags endet der Schultag nach der 6. bzw. 7. Unterrichtsstunde.

Lernzeiten mit Lernbegleiter

Bereits im jeweiligen Fachunterricht werden die Aufgabenstellungen von den Fachlehrern und Fachlehrerinnen erläutert und können innerhalb der Unterrichtsstunde begonnen werden. Für das Anfertigen von Hausaufgaben sind Ergänzungsstunden in den Hauptfächern sowie ausgewiesene Stunden, die ausschließlich für Hausaufgaben vorgesehen sind, eingerichtet. Wir integrieren folglich soweit wie möglich die Lernzeiten in den Schultag, bis auf das Lernen von Vokabeln, Lesen von Lektüren und das Lernen für Leistungsüberprüfungen. Diese Aufgaben sind noch im ursprünglichen Wortsinn als Hausaufgaben zu bezeichnen und zu Hause zu erledigen.

Ab dem Schuljahr 2012/13 hat das Gymnasium konsequent das Doppelstundenmodell realisiert.

Die von den Fachlehrern und Fachlehrerinnen erteilten Aufgaben werden in einem Lernbegleiter notiert. Dieses Heft soll unsere Schüler und Schülerinnen unterstützen, ihre Lernzeiten selbstständig zu strukturieren, und den Erziehungsberechtigten ermöglichen, einen Überblick über das Lernpensum und den Lernerfolg zu erhalten.

Der Lernbegleiter erfüllt zusätzlich weitere wichtige Funktionen:

Kalender, Entschuldigungsheft, Mitteilungsheft zur raschen Kommunikation zwischen Schülern und Schülerinnen, Erziehungsberechtigten und Lehrern wie Lehrerinnen.

An Tagen mit Nachmittagsunterricht werden keine Aufgaben für den Unterricht des folgenden Tages aufgegeben, von Freitag bis Montag hingegen können Aufgaben erteilt werden, wenn am Freitag nicht mehr als zwei Unterrichtsstunden am Nachmittag liegen. An einem detaillierten Hausaufgabenkonzept wird zurzeit in allen Fachkonferenzen, also gemeinsam mit der Schüler- und Elternschaft, gearbeitet.

Zusätzlich können die Kinder sich freiwillig in unser vielfältiges Angebot von Arbeitsgemeinschaften einwählen. An allen Tagen können zusätzlich Angebote des Deutschen Kinderschutzbundes wahrgenommen werden, womit eine Betreuung der Kinder bis 15.50 h garantiert werden kann.

Das Lehrerraumprinzip befindet sich derzeit an unserem Gymnasium in der Erprobungsphase.

Eine neu eingerichtete Schulentwicklungsgruppe koordiniert alle Konzepte, die weiterentwickelt, evaluiert oder aber auch neu in die Wege geleitet werden müssen.

Übergang von der Grundschule zu uns in die Alleestraße

Der Übergang von der Grundschule zu uns in die Alleestraße ist eines unserer zentralen Anliegen und wird durch vielfältige Angebote gestaltet und begleitet. Zwischen November und Februar eines jeden Jahres laden wir bereits die Viertklässler zu unseren Entdeckernachmittagen ein. Hier können sie als „kleine Forscher“ in den verschiedensten Fächern Inhalte und Arbeitsweisen unseres  Gymnasiums erfahren.

Im Rahmen des Anmeldeverfahrens bietet die Schule eine intensive Beratung insbesondere bezüglich der Profilklassen und der Sprachenwahl an (siehe auch Kapitel 230 und 250):

  • In der Profilklasse Musik sowie in den Englischklassen beginnen wir in der Jahrgangsstufe 5 mit der Fremdsprache Englisch.
  • In der Jahrgangsstufe 6 kann entweder Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache hinzu gewählt werden.
  • Ab der Klasse 8 kommt ein weiteres Wahlpflichtfach hinzu: Hier kann, neben einer Vielzahl von weiteren Möglichkeiten, nochmals zwischen Latein und Spanisch entschieden werden.
  • In der Profilklasse Französisch bilingual beginnen wir in der Jahrgangsstufe 5 mit Englisch und Französisch. Die bilingualen Sachfächer (Erdkunde, Politik und Geschichte) werden sukzessive ab der Klasse 7 eingeführt um so, falls gewünscht, das ABIBAC am Ende der Qualifikationsphase 2 zu ermöglichen (siehe hierzu auch Kapitel 230).
  • Seit dem Schuljahr 2011/12 haben wir eine weitere Profilklasse, die Musikklasse im Angebot (genaueres hierzu in Kapitel 250/251).

Beim Kennenlernfest vor den großen Ferien begegnen sich bereits alle Kinder und Eltern der neuen Klassen mit ihren Klassenlehrern und -lehrerinnen. Dadurch soll unseren neuen Schülern und Schülerinnen die Schwellenangst vor dem Eintritt in die weiterführende Schule genommen werden. Sorgfältige Überlegungen bei der Bildung von Lehrerteams (in der Regel für zwei Jahre) sollen Kontinuität in der Arbeit mit unseren jungen Schülern und Schülerinnen in den ersten Jahren gewährleisten. Wir pflegen zur Erleichterung des Übergangs auf unser Gymnasium auch den fachlichen und methodischen Austausch mit den Grundschulen. Insgesamt bieten wir kontinuierliche individuelle wie auch allgemeine Begleitung und Beratung in allen Phasen der Entscheidungsfindung (z.B. bei der Wahl der 2. Fremdsprache).

Lernangebote

Die Ausgestaltung der fachlichen Lernangebote orientiert sich an den Vorgaben und Richtlinien der einzelnen Fächer mit Blick auf die späteren Schulabschlüsse. Diese gliedern sich in einen sprachlichen (siehe oben), einen mathematisch-naturwissenschaftlichen und einen kulturellen Schwerpunkt.

Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt erfolgt das fachliche Lernen mit deutlichem Anwendungsbezug in der Mathematik und handlungsorientiert mit Experimenten in Physik und Chemie, mit Exkursionen und Projekten in Biologie. Nicht nur in der Informatik, sondern auch im Unterricht der anderen Fächer kann dabei auf neueste Informationstechnologien zurückgegriffen werden. Über den Unterricht hinaus wird das fachliche Lernen auch bereits in der Erprobungsstufe in Arbeitsgemeinschaften (Schach-, Computer-, Naturforscher-AG) sowie durch die Teilnahme an mathematischen und naturwissenschaftlichen Wettbewerben gefördert.

Im Rahmen des kulturellen Schwerpunkts wird fachübergreifendes Lernen möglich und findet in allen Jahrgangsstufen insbesondere bei der Erarbeitung und Durchführung unserer regelmäßig stattfindenden Kulturprojekte (Musik, Theater,  Kunst) statt.

Das methodische Lernen ist nicht nur im Fachunterricht, sondern auch im Förderunterricht angesiedelt.

Die Entwicklung der erforderlichen Fachkompetenzen und Schlüsselqualifikationen ist uns ein zentrales Anliegen. Da wir jedoch unsere Schüler und Schülerinnen ganzheitlich wahrnehmen und fördern möchten, hat für uns auch der Bereich des sozialen Lernens einen hohen Stellenwert. Wir wollen ihnen Hilfestellung geben bei der Entwicklung zu einer stabilen, konfliktfähigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeit. Aus diesem Grunde sind folgende Projekte und Einrichtungen fester Bestandteil unseres Bildungsangebotes:

  • In den Jahrgängen 5, 6 und 7 arbeiten wir im Fach „Soziales Lernen“ mit einer Wochenstunde auf der Basis des Lions Quest-Programms. Dies geschieht in der Regel durch die Klassenleitung, die dafür speziell ausgebildet ist.
  • Parallel dazu gibt es für unsere Schüler vereinbarte Standards zum Arbeits- und Sozialverhalten, um dem schulischen Miteinander Orientierung und Maßstab zu bieten.
  • Für eine Vielzahl von Fragen, aber auch Aktivitäten stehen unseren Jüngsten Schüler und Schülerinnen der Oberstufe als Paten zur Verfügung.
  • Im Falle auftretender Konflikte gibt es die Einrichtung der Streitschlichtung durch dafür ausgebildete Schüler und Schülerinnen der oberen Mittelstufe.
  • Darüber hinaus werden unsere Klassenfahrten – in der Regel in Jahrgang 6 – als erlebnispädagogisch orientierte Fahrten durchgeführt.
  • Und schließlich bietet die Schule regelmäßig Projekte zur Förderung sozialen Engagements (z.B. das Afrika-Projekt mit einer Schulpartnerschaft und einem Schüleraustausch in Kenia, Streitschllichtung, Sanitäter).

Förderkonzept

Mit einem speziellen Förderkonzept möchten wir einerseits Lernschwierigkeiten wirksam begegnen und andererseits die Entwicklung besonderer Begabungen weiter fördern. Dazu bieten wir Förderunterricht in den Kernfächern an. Auch Kinder mit Migrationshintergrund werden in einer eigens eingerichteten Arbeitsgemeinschaft in der deutschen Sprache gestützt. Unsere SV bietet außerdem eine Vermittlung von Nachhilfe unter dem Motto „Schüler helfen Schülern“. Schließlich wird grundsätzlich im Falle auftretender Lernschwierigkeiten Lernberatung angeboten.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet in der Erprobungsstufe schließlich die Leseförderung. Dazu gehören auch Kino- und Theaterbesuche, die jeweils mit einer gesamten Klasse oder auch Jahrgangsstufe umgesetzt werden. Zudem finden schulinterne Theateraufführungen, auch im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Siegburg, in unserer Aula statt. Kooperationen mit der Stadtbibliothek Siegburg ermöglichen Autorenlesungen, Literatur-Workshops und den Sommer-Lese-Club. Eine Autorenlesung in unserem Hause für den Jahrgang 5 zu Beginn des Schuljahrs ist fester und bewährter Bestandteil unseres Angebots im Rahmen der Leseförderung. Auch Lesenächte einzelner Klassen machen Lesen zu einem besonderen Erlebnis. Darüber hinaus führen wir Lesewettbewerbe in deutscher und türkischer Sprache durch.

Zusätzlich werden Buchempfehlungen in Elternbriefen vor Weihnachten und Ostern als Entscheidungshilfe bei der Suche nach geeigneten Geschenken ausgehändigt. Über den „Buxtehuder Bücher-Igel“ können außerdem Jugendbücher zu reduziertem Preis bestellt werden. Und schließlich haben Buchpräsentationen durch Schülerinnen und Schüler ihren Platz im Rahmen des Deutschunterrichts.

Das Förderkonzept beinhaltet auch das Thema Gender Maintreaming, dem seit dem Schuljahr 2009/10 mit dem Schwerpunkt Jungenförderung vom Kollegium besondere Beachtung geschenkt wird. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht der Differenzansatz. Eine Steuergruppe entwickelte in Zusammenarbeit mit den Fachkonferenzen Konzepte, nach welchen durch Textauswahl, geeigneten Medieneinsatz oder getrennt geschlechtlichen Unterricht in bestimmten Stunden die Interessen der Jungen stärker berücksichtigt werden können. Bei der Anschaffung von Bücherkisten für Vertretungsstunden werden in der Auswahl des Lesestoffs die Interessen beider Geschlechter gezielt berücksichtigt.

Die verschiedenen Aspekte der Förderung kommen über den Fach- und Projektunterricht hinaus bei außerunterrichtlichen Aktivitäten zum Tragen, so dass unsere Schule für unsere Schüler und Schülerinnen zum Lebens- und Lernort wird. Unsere Jüngsten engagieren sich in vielfältiger Weise in unseren Arbeitsgemeinschaften und Projektgruppen: im musikalischen, künstlerischen, sozialen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sowie im Bereich der Neuen Medien und des Sports.

Zur Durchführung verschiedenster Projekte arbeiten wir auch mit außerschulischen Partnern zusammen: der Stadtbibliothek Siegburg (Leseförderung), dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, der Diakonie, Pro Familia (sexualpädagogische u. suchtpräventive Projekte), dem Schulpsychologischen Dienst und dem Kinderschutzbund (psychosoziale Beratung), Partnerschulen in Frankreich, Polen und Kenia.

Die Mittelstufe

Schüler und Schülerinnen, die die Erprobungsstufe entweder an unserem Gymnasium oder auch an anderen Schulformen erfolgreich absolviert haben, treten mit der Versetzung in die Klasse 7 in die dreijährige Mittelstufe ein, die ebenfalls im Ganztag geführt wird (s. Ziffer 280). Innerhalb dieser Zeit haben die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Herausforderungen zu meistern, die sich aus der Verdichtung des Lernstoffs einerseits und den persönlichen Entwicklungsschüben in der Pubertät erklären.
Die intensive Beratungstätigkeit aus der Erprobungsstufe wird fortgesetzt, indem die Schüler und Schülerinnen gemäß ihrem zunehmenden Lebensalter als Partner und Partnerinnen stärker einbezogen werden können und sollen. Entsprechend finden Beratungsgespräche meist mit Eltern und Schülern und Schülerinnen gemeinsam statt, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung des Lernprozesses geht.

In der Mittelstufe sind wichtige Elemente der (Drogen)Prävention und Medienberatung angesiedelt, die die Arbeit aus der Erprobungsstufe aufnehmen und weiterführen (s. "Beratung"). Regelmäßig wiederkehrende Zusammentreffen mit Vertretern anderer Schulen, des Ordnungsamtes, der Polizei, der Staatsanwaltschaft, des schulpsychologischen Dienstes u.a. helfen, aktuelle Probleme zu erkennen und zu bearbeiten und so ebenfalls präventiv tätig zu sein.

In die Zeit der Mittelstufe fällt die Wahl des Differenzierungsfaches in Klasse 8. Wir bieten als Schule in diesem Bereich die Fächer Ernährungslehre, Politik/Wirtschaft, Informatik sowie als dritte Fremdsprachen Latein und Spanisch an.

Neben dem Fach Religion wird in der Mittelstufe das Fach "Praktische Philosophie" angeboten, das als Ersatzfach für die Schüler und Schülerinnen dient, die aus Gewissensgründen nicht am regulären Religionsunterricht teilnehmen.

Das Schülerbetriebspraktikum findet ebenfalls in der Mittelstufe statt (Klasse 9). Andere Projekte finden sich im Abschnitt 340.

Den individuellen Lernfortschritt und das Erreichen vorgegebener Ziele können die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung der Lernstandserhebungen in Klasse 8 unter Beweis stellen. An unserer Schule wird dieser „Lernstand“ in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch bzw. Französisch geschrieben. Gerade die Ergebnisse im Fach Französisch zeigen häufig herausragende Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler im bilingualen Zweig.

Durch die Verkürzung der Schulzeit ist andererseits ein wesentliches Element der Mittelstufe, nämlich das Erreichen des Mittleren Schulabschlusses, nun in die Eingangsphase der gymnasialen Oberstufe verlagert worden. Der derzeit erreichbare Abschluss (Hauptschulabschluss 9) stellt keine Alternative dar, so dass Beratung im Bereich der Mittelstufe bis zu einer durch die Politik zu initiierenden neuen Weichenstellung sich immer auch auf das Absolvieren des Jahrganges 10 wird ausrichten müssen! Damit ist die Mittelstufe derjenige Bildungsabschnitt der schulischen Laufbahn, der trotz der Persönlichkeitsveränderungen der Jugendlichen die stärksten Veränderungen durch die Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien erfahren hat.

Oberstufe

Pädagogische Ziele:

Zitat aus Richtlinien für die gymnasiale Oberstufe in NRW: „Die gymnasiale Oberstufe setzt die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Sekundarstufe I fort. Sie dauert in der Regel 3 Jahre, schließt mit der Abiturprüfung ab und vermittelt damit die allgemeine Hochschulreife. Gegliedert ist die gymnasiale Oberstufe in die Einführungsphase EF, in die auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Schulformen aufgenommen werden können, die die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe besitzen, und eine zweijährige Qualifikationsphase Q1 und Q2. Am Ende der Qualifikationsphase findet die Abiturprüfung statt." (In der gymnasialen Oberstufe stehen zwei Aufgaben im Mittelpunkt der Arbeit:) „Erziehung und Unterricht sollen zu einer wissenschaftspropädeutischen Ausbildung führen und Hilfen geben zur persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit. … Ein solches Bildungsverständnis zielt nicht nur auf Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit, sondern auch auf die Entwicklung von Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit.“

Pädagogisches Konzept:

Am Ende der Jahrgangsstufe 9 wählen die Schüler und Schülerinnen ihre Schullaufbahn für die Oberstufe bis zum Abitur. Schüler, Schülerinnen und ihre Eltern werden intensiv beraten durch die Jahrgangsstufenleiter, den Oberstufenkoordinator und seine Stellvertreterin. In Ergänzung dazu gibt es auch schulinternes Informationsmaterial für die Schüler und Schülerinnen und deren Eltern sowie die jährlich vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW herausgegebene Broschüre zur gymnasialen Oberstufe. Die Schüler und Schülerinnen können aus dem folgenden Fächerangebot auswählen:

  • Deutsch, Englisch, Latein (zurzeit nur Fortführung bis zum Latinum), Französisch, Spanisch
  • Kunst, Musik, Literatur, Vokalpraktischer Kurs
  • Mathematik, Chemie, Physik, Biologie, Informatik, Ernährungslehre
  • Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften, Philosophie, Pädagogik
  • Religion, Sport
  • Vertiefungsfächer und Projektkurse (letztere nur in der Qualifikationsphase)

Vom Wahlverhalten der Schüler und Schülerinnen hängt die tatsächliche Kursdurchführung ab, insbesondere ab dem Beginn der Qualifikationsphase. Um ein noch breiteres Fächerangebot im Leistungskursbereich zu gewähren (z. B. Naturwissenschaften, Musik), besteht eine Kooperation mit dem benachbarten Anno-Gymnasium.

In der EF (Einführungsphase der Sekundarstufe II) wird im Rahmen des Deutsch-Unterrichts – als Vorbereitung auf die Erstellung der Facharbeit in der Qualifikationsphase Q1 – eine Unterrichtssequenz über Formen und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens sowie über den Umgang mit den neuen Medien abgehalten. Hinzu kommen ein Recherche-Seminar durch die Stadtbibliothek Siegburg und weitere Vorbereitungen durch die Computerschule der Kreissparkasse Köln.

Während der gesamten Oberstufe werden die Schüler und Schülerinnen durch die Jahrgangsstufenleiter, den Oberstufenkoordinator und seine Stellvertreterin betreut. Diese kümmern sich nicht nur um die notwendige Laufbahnberatung und Laufbahnkontrolle, sondern sie stehen auch für Gespräche mit Schülern und Schülerinnen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es noch Tutoren (in der EF die Mathematiklehrer, ab der Qualifikationsphase die LK-Lehrer des 1. Blocks) als persönliche Ansprechpartner.

Für die individuelle Arbeit steht das neue Selbstlernzentrum (die Schulbibliothek), zur Verfügung, das unter Mitwirkung von Eltern betreut wird. Das Kennenlernen der neuen Medien und das Arbeiten mit ihnen sind im Computerraum und in den mit Computern mit Internetverbindung ausgestatteten Fachräumen des Gymnasiums möglich.
Studienfahrten und Exkursionen gehören ebenfalls zum pädagogischen Programm unserer gymnasialen Oberstufe. Die Studienfahrt der Sekundarstufe II findet in der Regel in der Qualifikationsphase Q2 in der letzten Woche vor den Herbstferien statt.

Im Sinne von "Öffnung von Schule" und der Begabtenförderung wird das Kennenleren der nahen Universitäten Köln und Bonn durch Besuche von Vorlesungen und die Teilnahme an bestimmten Vorlesungen und Übungen unterstützt und gefördert. Reelmäßig nehmen auch besonders begabte Schüler bzw. Schülerinnen an der Sommerkademie der Kreissparkasse Köln teil. Solche Schüler und Schülerinnen werden ebenfalls zur Teilnahme an den in den Sommerferien stattfindenden Akademien der Deutschen Schüler-Akademie (DSA) motiviert und bei der Anmeldung dazu unterstützt.

Im Rahmen des bilingualen Bildungszweigs finden in der EF zur Vorbereitung auf die späteren ABIBAC-Prüfungen Drittortbegegnungen statt, und zusätzlich wird in dieser Jahrgangsstufe noch ein zweimonatiger Schüleraustausch auf Gegenseitigkeit mit eiem französischen Lycée durchgeführt. Darüber hinaus können Auslandsaufenthalte in der EF oder Q1 durchgeführt werden.

Im englischsprachigen Bereich gibt es in der Jahrgangstufe Q1 Vorbereitungskurse für den englischen Cambridge-Test. Dieses Zertifikat kann Voraussetzung für die Aufnahme eines wissenschaftlichen Studiums an einer englischsprachigen Hochschule oder Universität sein.

Berufsberatung

Alle Beratungen zur Studien- und Berufsorientierung (Counceling) werden in den Sekundarstufen I und II am Anfang generalisierend, dann aber sehr individualisiert vorgenommen : fallbezogen und schülerorientiert.

Neben der fachlichen Ausbildung werden den Schülern und Schülerinnen Informationsveranstaltungen zur Berufswahl sowie individuelle Berufsberatungen angeboten.

Sekundarstufe I

Die Maßnahmen zur Studien- und Berufsorientierung für Schüler ab Klasse 8 am sind zahlreich und vielfältig.

In der Jahrgangsstufe 8 begleitet das Fach Deutsch als Referenzfach den Prozess der Berufswahlorientierung durch die Erarbeitung der einschlägigen schriftlichen Bewerbungs- und Präsentationsformen wie z.B. den Lebenslauf. Gleichzeitig kann hier – je nach Möglichkeit im Fachunterricht – eine Vorstellung verschiedener Berufsfelder durch die Schülerinnen und Schüler erfolgen, so dass ein erster Überblick über die meist durch die Eltern bekannten Berufe erfolgt.

Der Boys- und Girls-Day ergänzt mit seinen Ausblicken und Einblicken in die Berufswelt diesen Bereich der Berufsorientierung.

In der Jahrgangsstufe 9 ist das Fach Politik Referenzfach, denn hier wird das 2-wöchige Schülerbetriebspraktikum, das im Januar/Februar eines jeden Schuljahres stattfindet, vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet. Die Vor- und Nachbereitung werden im Deutsch- bzw. Politikunterricht geleistet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten hier weitere Impulse zur eigenen beruflichen Perspektive.

Sekundarstufe II

  • Zwischen den Halbjahren führt ein Mitarbeiter der BARMER GEK Siegburg für die Q 1 ein Assessment-Center durch, in dessen Sitzungen über vier Stunden unter realistischen Bedingungen eine Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche vermittelt wird.
  • Das Institut für Talentförderung Bonn bietet Schülern und Schülerinnen der EF und der Q 1 im Rahmen ihres Programms „Vocatium“ die Möglichkeit, sich bei der jährlich stattfindenden Studien- und Berufsmesse in Bonn Bad-Godesberg bei bis zu drei Ausstellern ihrer Wahl als gut vorbereitete Interessenten für den jeweiligen Beruf und/oder Studiengang vorzustellen und dort ein Bewerbungsgespräch zu führen.
  • Die Studien- und Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit findet zu Beginn des Schuljahres in den Leistungskursen der Q 1 in einer Doppelstunde statt: Hier stellt die Berufsberaterin in allgemeiner Form Berufs- und Studiengänge vor, die die jeweiligen Schüler wünschen. In regelmäßigen Abständen, etwa alle zwei Monate, bietet sie während der Schulzeit vormittags individuelle Sprechtermine von je 20 Minuten an, zu denen sich die Schüler anmelden können. Darüber hinaus ist sie in ihrer Dienststelle jederzeit für Einzelgespräche mit den Schülern und ihren Eltern bereit. Für interessierte Schüler und Schülerinnen der Q 2 bietet sie im 2. Schulhalbjahr in einer Einzelstunde Informationen für die Bewerbung der Abiturienten an den Hochschulen an. Des Weiteren organisiert sie an sechs Nachmittagen im Mai eines jeden Jahres für alle Schüler der weiterführenden Schulen der Stadt Siegburg, insbesondere der Gymnasien und des Berufskollegs, eine Vortragsreihe über spezielle Studiengänge.

Alle eingehenden Informationen (Plakate, Flyer etc.) über Studien- und Berufsmessen und entsprechende Veranstaltungen der Hochschulen liegen für die Schüler vor dem Oberstufenbüro zum Abholen bereit.

Fremdsprachenangebot

Bilingualer deutsch-französischer Unterricht in der Sekundarstufe I

Am Gymnasium Alleestraße wird  in der Sekundarstufe I in der Profilklasse, die ab Jahrgang 5 Französisch lernt, der Unterricht in den Fächern Erdkunde, Politik und Geschichte nach und nach in französischer Sprache erteilt.

Bilingualer Unterricht orientiert sich an den Prinzipien eines arbeitssprachen-orientierten Fachunterrichts im Bereich der Verbindung von Fach- und Sprachunterricht zur Verknüpfung von Sprachkompetenz und methodischen Handlungskompetenzen des jeweiligen Fachs und im Bereich einer Exemplarität oder exemplarischen Reduktion der Fachinhalte der jeweiligen Jahrgangsstufe und Auswahl der Schwerpunkte und Materialien nach dem Prinzip der Authentizität.

Bei der Förderung der Sprachkompetenzen hat neben der Zielsprachigkeit und der Vermittlung der zielsprachigen Fachsprache auch die deutsche Muttersprache einen wichtigen Platz, da die Fachinhalte und Fachmethodiken im Vordergrund stehen und auch die muttersprachliche Fachsprache vermittelt werden soll. Durch für den bilingualen Unterricht besonders wichtige Aktionsformen im Bereich der Interaktion, der Kommunikation, der Organisation eines strukturierten Sprach- und Fachwissens soll das Lernen, Üben und Anwenden besonders im mündlichen Bereich geübt werden. Natürlich hat die Schriftlichkeit der Ergebnissicherung, der Organisation der Lerninhalte ebenfalls eine bedeutsame unterstützende Rolle.

Um die ständige Durchlässigkeit der Lernprofile sicher zu stellen, verpflichtet sich der bilinguale Unterricht zu einem Lehrplanbezug, der sowohl den vorliegenden Empfehlungen des bilingualen Unterrichts im jeweiligen Fach als auch den gültigen Kernlehrplänen und besonders den Fachkonferenzbeschlüssen Rechnung tragen muss. Die jeweils notwendigen Adaptionen sind Gegenstand regelmäßig durchzuführender Beratungen der bilingual unterrichtenden Fachlehrer in Kooperation mit den Fachkonferenzen.

Bilingualer Unterricht setzt neben deutschen Lehrwerken auch französisches Unterrichtsmaterial ein, besonders da die Vielfalt der visuellen Medien die Anschaulichkeit und die Arbeits- und Sprechanlässe fördern. Dabei findet auch eine interkulturelle Begegnung mit einer französischen Schul- und Unterrichtstradition statt, die durch Perspektivenwechsel und Gegenüberstellung ein bewusstes Lernen und bewusstes methodisches Arbeiten fördern kann.

Der bilinguale Unterricht in dieser curricularen Form wendet sich an leistungsstarke Schüler und Schülerinnen, die sich von Anfang an der zusätzlichen Herausforderung und Anforderung bewusst sind. Es bedarf keiner besonderen Begabung, sondern regelmäßiges, bewusstes, ordentliches und fleißiges Lernen ist zusammen mit einer besonderen individuellen Motivation und Ambition für europäisches, mehrsprachiges Lernen Garant für den Erfolg in diesem Profil.

Durch die Einbettung der Profilklasse in eine Jahrgangsstufe mit gleicher Sprachenfolge ist die Durchlässigkeit in beiden Richtungen gewährleistet.

ABIBAC

Ziel des ABIBAC-Profils ist die gleichzeitige Vergabe des deutschen und des französischen Abiturs (Baccalauréat). Dieses Profil ist das Ergebnis von zweiseitigen deutsch-französischen Übereinkommen zwischen der Kultusministerkonferenz der Länder und dem französischen Erziehungsministerium und steht somit in der Reihe der bilateralen Institutionen der seit über 50 Jahren praktizierten deutsch-französischen Kooperation. Ein Netzwerk von circa 45 Gymnasien in Deutschland und 50 Gymnasien in Frankreich bereitet interessierte Schüler und Schülerinnen auf den doppelten Erwerb von Abitur und Baccalauréat vor. Deutsch-französische Schulpartnerschaft – Partner unseres Gymnasiums ist das Collège Albert Camus in Moulins-lès-Metz – und regelmäßige deutsch-französische Arbeitstreffen der Sprach- und Fachlehrer (Erdkunde und Geschichte) bilden den Rahmen des ABIBAC-Profils.

Das Gymnasium Alleestraße ist seit vielen Jahren akkreditierte ABIBAC-Schule, wobei die Betreuung auf deutscher Seite von der Bezirksregierung Köln und dem Schulministerium NRW und von französischer Seite von der Schulverwaltung Straßburg sichergestellt wird.

Die Schüler und Schülerinnen werden auf das „doppelte Abitur“ von den Französischlehrern und -lehrerinnen des LK Französisch und den französisch unterrichtenden Lehrern und lehrerinnen der GKs Erdkunde und Geschichte vorbereitet. Neben dieser Obligatorik der Laufbahn von EF bzw. Q1 an stehen den ABIBAC-Schülern und Schülerinnen alle möglichen Schwerpunktsetzungen in enger Kooperation mit den Koordinatoren der Oberstufe offen.

In der Jahrgangsstufe 10/11 nehmen die Schüler und Schülerinnen des ABIBAC-Profils an einer Drittortbegegnung mit der Seconde ABIBAC unseres Schulpartners teil. Es handelt sich dabei um ein einwöchiges handlungsorientiertes Arbeitstreffen mit thematischem Schwerpunkt, das im jährlichen Wechsel in Deutschland oder in Frankreich stattfindet. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erarbeiten dabei an einem dritten Ort in gemischten Gruppen Projekte in deutsch-französischer Fragestellung. Diese Begegnungen werden vom Deutsch-Französischen Jugendwerk finanziell unterstützt.

Außerdem dienen sie dem Kennenlernen zwischen einzelnen französischen und deutschen Kandidaten für einen individuellen 12-wöchigen Austausch, der im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe EF stattfindet und auch im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt wird. Die Französischlehrer des Gymnasiums Alleestraße betreuen die französischen Austauschschüler und -schülerinnen in Siegburg und helfen im Vorfeld bei der Vermittlung von Partnerschaften in ganz Frankreich durch Kontakte zum Netzwerk der französischen ABIBAC-Schulen.

Die Unterrichtsinhalte und die Verfahren der Kompetenzvermittlung im LK Französisch und in den bilingualen Grundkursen Geschichte und Erdkunde orientieren sich an den Richtlinien und Vorgaben für das Zentralabitur NRW. Dennoch sollte auch von einer Abgleichung mit den deutsch-französischen Vereinbarungen zum ABIBAC vom jeweiligen Fachlehrer oder der Fachlehrerin ausgegangen werden, um beidem Rechnung zu tragen. Im Fach Geschichte gilt für französische und deutsche ABIBAC-Kurse eine Themenübersicht, die sich mit dem NRW-Programm Bilingual deckt.

Die zusätzliche mündliche Prüfung im Fach Französisch hat einen weitestgehend literarischen Schwerpunkt, der sich ebenfalls mit den Vorgaben des Zentralabiturs deckt. Darüber hinaus bieten die Kurslehrer und -lehrerinnen in der Abschlussklasse eine zusätzliche Unterrichtsstunde an, um den literarischen Themenkanon der NRW-Vorgaben zu erweitern und um ein mündliches Prüfungsverfahren in französischer Tradition zu üben.

Adressaten für unser ABIBAC-Profil sind in erster Linie die interessierten Schüler und Schülerinnen unserer Profilklasse der Sekundarstufe I. Die Erfahrung zeigt aber, dass auch andere Schüler und Schülerinnen, die Französisch ab Klasse 5 oder 6/7 gelernt haben, in der Oberstufe sehr erfolgreich auch ohne bilinguale Unterrichtserfahrungen in der Sekundarstufe I am ABIBAC-Profil teilnehmen können, wenn sie wegen eines später entstandenen ausgeprägten Interesses an besonderen Kompetenzen, die auf ein Studien- oder Berufsprojekt in europäischer oder interkultureller Dimension vorbereiten, über den dazu nötigen ambitionierten und motivierten Einsatz verfügen. Damit ist also eine Durchlässigkeit in beide Richtungen gegeben, da das ABIBAC-Profil in das Oberstufenprofil unserer Schule integriert ist.

Bilinguale englischsprachige Module im Sachfachuntericht der SI

Die neuen Ausbildungsordnungen für die Sekundarstufen I und II ermuntern ausdrücklich auch nicht-bilinguale Schulen zur Einführung bilingualen Unterrichts bzw. bilingualer Module (Trainingseinheiten) in Sachfächern. Die neuen Rechtsverordnungen reagieren damit auf die Globalisierung, in der fremde Idiome als Arbeitssprachen selbstverständlich sind. In Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verständigen sich die Menschen heute vor allem auf Englisch. Der tradierte und auch der moderne Englischunterricht können aber nur bedingt auf die Anforderungen reagieren, ein sachspezifisches Sprachprofil zu entwickeln. Hier ist unter anderem der gesellschaftskundliche Bereich gefragt.

Englisch im Sachfachunterricht zu verwenden macht die englische Sprache zu einem selbstverständlichen Kommunikationsmedium jenseits des Sprachunterrichts. Nicht der Spracherwerbsprozess steht hier im Vordergrund, sondern der Einsatz schon gelernter Strukturen für die Erarbeitung und Reflexion von Sachwissen. Es handelt sich also nicht um einen verlängerten und verstärkten Englischunterricht unter anderen Vorzeichen, sondern um Anwendungsorientierung.

Untersuchungen zu bilingualen Schulen haben zudem erwiesen, dass der Sachfachunterricht deutlich von der Verwendung der Fremdsprache profitiert. Da zweisprachige Fachvokabularverzeichnisse geführt werden, sind bilinguale Schüler im Bereich fachspezifischer Begrifflichkeit ihren Mitschülern aus anderen Bildungsgängen deutlich überlegen.

Die jeweils 3-4-wöchigen bilingualen Module im Geschichtsunterricht der Englisch- und Musikklassen der Jahrgangsstufe 9 sind dabei in einer längerfristigen Perspektive zu sehen, nämlich zum einen in der stärkeren Implementierung bilingualer Profilierung des Sachfachunterrichts und zum anderen in der Vorbereitung auf die in der Oberstufe anstehende Sprachprüfung im Fach Englisch (CAE: Certificate in Advanced English).

In der Jahrgangsstufe 8 können die Schüler und Schülerinnen zwischen einer zusätzlichen Unterrichtsstunde Geschichte bilingual oder aber einer Lernzeit-Stunde wählen. Es versteht sich von selbst, dass dieses nicht für die französische Profilklasse möglich ist.

Themen des Geschichtsunterrichtes:

Klasse 8:

  • Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg: The American Revolution
  • Die Industrielle Revolution: Germany on its way to an industrial society

Klasse 9:

  • 1. Der Friedensprozess am Ende des 1. Weltkrieges: Wilson’s Fourteen Point Plan and the Treaty of Versailles
  • 2. Auf dem Weg zum 2. Weltkrieg: 1938, the year of appeasement
  • 3. Die deutsche Wiedervereinigung: Analysis of British caricatures

Zur Unterstützung des Projektes fahren die Englisch-Klassen, wenn finanziell möglich, nach London.

Fremdsprachenprofil, interkulturelles Lernen, Sprachenzertifikatund CertiLingua

In der Sekundarstufe I wird ab Jahrgangsstufe 5 die erste Fremdsprache Englisch in allen Eingangsklassen fortgeführt.

Zusätzlich wird zur Vorbereitung des im Rahmen des bilingualen deutsch-französischen Profils in Jahrgangsstufe 7 einsetzenden Sachfachunterrichts in französischer Sprache auch Französisch als neu einsetzende Fremdsprache ab Klasse 5 angeboten. Zwei von vier Eingangsklassen lernen daher ab Jahrgang 5 die beiden Fremdsprachen Englisch und Französisch parallel. Die beiden anderen Klassen wählen ab Klasse 6 zusätzlich zum Englischen Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache. Ab Klasse 8 kann im Differenzierungsbereich Latein oder Spanisch als dritte Fremdsprache gewählt werden. In der Sekundarstufe II wird Spanisch als neu einsetzende Fremdsprache angeboten. Somit kann jede der angebotenen Fremdsprachen im Laufe der Schulzeit zweimal angewählt werden:

Französisch in Klasse 5 und 6, Latein in Klasse 6 oder 8, Spanisch in Klasse 8 oder in der EF.

Eine der beiden Klassen mit Französisch ab Klasse 5 erhält als Profilklasse für das ABIBAC-Profil der Sekundarstufe II ab Klasse 7 Fachunterricht in Erdkunde, Politik und Geschichte bilingual deutsch-französisch. Die drei anderen Klassen erhalten in den Klassen 8/9 im Fach Geschichte zeitweise modularen Fachunterricht auf Englisch oder Französisch je nach Themenausrichtung.

Im ABIBAC-Profil der Sekundarstufe II werden die Grundkurse Geschichte und Erdkunde auf Französisch unterrichtet. Zusammen mit dem Leistungskurs Französisch fließen diese Leistungen sowohl in die Qualifikation des deutschen Abiturs als auch in das französische Baccalauréat ein. Die entsprechende Grundkursklausur und die Leistungskursklausur Französisch werden hierzu zusätzlich von einem französischen Prüfer benotet. Den Abschluss der französischen Baccalauréat-Prüfung bildet eine zusätzliche mündliche Prüfung, die gemeinsam vor einer deutschen Kommission und dem französischen Prüfer abzulegen ist und getrennt von beiden Jurys benotet wird.
Das Gymnasium Alleestraße hat diese doppelte Abitur-Prüfung zum ersten Mal mit großem Erfolg im Jahr 2009 durchgeführt.

Förderung des interkulturellen Lernens im Fachbereich Französisch

Austauschprogramm

Das Gymnasium Alleestraße bietet den Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8 ein jeweils einwöchiges Austauschprogramm mit dem französischen Schulpartner, dem Collège Albert Camus in Moulins-lès-Metz, an. Dieses Angebot steht allen Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8 offen, ist allerdings für die Profilklasse 8 mit bilingualem Fachunterricht in Französisch verbindlich.

In der Jahrgangsstufe EF nehmen die Schüler und Schülerinnen des ABIBAC-Profils teil an einer Drittortbegegnung mit der Seconde ABIBAC unseres Schulpartners im ABIBAC-Bereich, dem Lycée Guist’hau in Nantes. Es handelt sich dabei um ein einwöchiges handlungsorientiertes Arbeitstreffen mit thematischem Schwerpunkt, das im jährlichen Wechsel in Deutschland oder in Frankreich stattfindet. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erarbeiten dabei an einem dritten Ort Projekte in deutsch-französischer Fragestellung und in gemischten Projektgruppen. Diese Begegnungen werden vom Deutsch-Französischen Jugendwerk finanziell unterstützt.

Außerdem dienen sie dem Kennenlernen zwischen einzelnen französischen und deutschen Kandidaten für einen individuellen 12-wöchigen Austausch, der im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe EF stattfindet und im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms auch vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt wird. Die Französischlehrer und -lehrerinnen des Gymnasiums Alleestraße betreuen die französischen Austauschschüler und -schülerinnen in Siegburg und helfen im Vorfeld bei der Vermittlung von Partnerschaften in ganz Frankreich durch Kontakte zum Netzwerk der circa 50 französischen ABIBAC-Schulen.

Der Französische Abend

Seit mehreren Jahren präsentieren die Klassen und Kurse, die Französisch lernen, in einem Abendprogramm kleine Theaterstücke, Sketche, Lieder, Chansons, Filme, Tanz und Poesie etc. Diese Beiträge werden entweder projektartig außerhalb des Unterrichts von Klassen und Arbeitsgemeinschaften vorbereitet oder sind das Ergebnis der Unterrichtsarbeit des vergangenen und laufenden Schuljahrs. Der Abend richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit der Schule und der Stadt und ist neben den anderen Theateraufführungen und Schulkonzerten ein Höhepunkt des kulturellen Schulprogramms eines Jahres.

Konversationskurs Französisch

Wenn möglich bietet das Gymnasium Alleestraße interessierten Schülern und Schülerinnen ab der Klasse 9 an, einen einstündigen Konversationskurs in Form einer AG – mit ca. 10 Teilnehmern – zu besuchen. Inhalte sind Spiele, Quiz, Rollenspiele, Diskussionen über Filme oder Filmausschnitte, Chansons, Karikaturen, Comics und Texte, z.B. aus der Zeitschrift Écoute. Neben kommunikativen Fertigkeiten werden insbesondere auch landeskundliche Kenntnisse vermittelt. Der Kurs wirkt sich sehr positiv auf Motivation und Leistungsbereitschaft im Französischunterricht aus.

Sprachenzertifikate in Englisch und Französisch

Sprachenzertifikat Englisch: Cambridge Certificate

Die fremdsprachlichen Kompetenzen unserer Schüler und Schülerinnen nehmen gerade im Zeitalter der Globalisierung einen großen Stellenwert ein. Um ihre Sprachkenntnisse entsprechend zu fördern, sie zum Lernen zum motivieren und sie optimal auf die außerschulische Welt vorzubereiten, bieten wir unseren Schülern und Schülerinnen seit dem Schuljahr 2006/07 die Möglichkeit, Zertifikate der Universität Cambridge zu erwerben. Hierbei handelt es sich um international anerkannte Sprachzertifikate, die, in Anlehnung an den Europäischen Referenzrahmen zum Fremdsprachenerwerb, verschiedene Kompetenzstufen bescheinigen. Die Cambridge ESOL Prüfungen sind weltweit bekannt und werden von Hochschulen, Arbeitgebern und Bildungsbehörden als Nachweis qualifizierter Sprachkenntnisse geschätzt und anerkannt.

Die Schule organisiert entsprechende Vorbereitungskurse und begleitet die Schüler und Schülerinnen durch die Prüfung. Erworben werden können das FCE (First Certificate in English; Kompetenzstufe B2) und das CAE (Certificate in Advanced English; Kompetenzstufe C1). Das CAE dient vielen Hochschulen Großbritanniens und im englischsprachigen Raum als sprachliche Eingangsvoraussetzung für ein Studium in englischer Sprache.

Sprachenzertifikat Französisch: DELF

Bei dem Diplôme d'Etudes en Langue Française, kurz DELF, handelt sich dabei um weltweit anerkannte, lebenslang gültige, staatliche französische Sprachdiplome, die in der ganzen Welt von allen, die nicht Französisch als Muttersprache haben, erworben werden können. Es gibt insgesamt 6 verschiedene DELF-Prüfungen auf unterschiedlichen Niveaus: A1 kann man nach dem 1. Lernjahr absolvieren, A2 nach 3 Lernjahren, B1 ab dem 5. Lernjahr, und B2 entspricht etwa dem Abiturniveau. Darüber hinaus gibt es noch C1- und C2-Prüfungen auf Universitätsniveau.

Das Gymnasium Alleestraße bietet seit dem Schuljahr 2008/2009 zweistündige Vorbereitungskurse für die DELF-Prüfungen A2, B1 und B2 an. Die Prüfung erfolgt Ende Januar/Anfang Februar eines jeden Jahres.

CertiLingua

Mit dem Exzellenzlabel für mehrsprachige internationale Kompetenzen werden Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe II ausgezeichnet, die besondere Qualifikationen in internationaler Dimension nachweisen können.

Das Gymnasium Alleestraße ist seit dem 1. August 2010 CertiLingua-Schule, weil

  • den Schülern und Schülerinnen in der Sekundarstufe II die notwendige Fachkompetenz im bilingualen deutsch-französischen Profil im fremdsprachlichen Fachunterricht in Geschichte und Erdkunde sowie im dreistündigen Projektkurs Englisch/ SocialSciences angeboten wird,
  • die Schüler und Schülerinnen die erforderliche Sprachkompetenz in mindestens zwei modernen Fremdsprachen in der Sekundarstufe II erwerben können,
  • die Schüler und Schülerinnen Gelegenheit haben, in der Sekundarstufe II die europäische bzw. internationale Handlungskompetenz im Rahmen von interkulturellen Begegnungsprojekten zu erwerben.

Musischer Bildungsschwerpunkt

Musik

Die Musikpflege genießt am Gymnasium Alleestraße eine lange Tradition. Insbesondere dem Bereich der außerunterrichtlichen Aktivitäten fühlt sich die Fachschaft Musik in hohem Maße verbunden und verpflichtet. Hinter den vielfältigen musikalisch-künstlerischen Aktivitäten und Gruppierungen steht dabei stets der pädagogische Grundsatz der kulturellen und sozialen Förderung aller Schüler und Schülerinnen. Die besonderen Strukturen, die sich am Gymnasium Alleestraße über Jahre hinweg entwickelt und etabliert haben, vernetzen künstlerisch-ästhetische und sozial-integrative Komponenten im Rahmen authentischer ästhetischer Erfahrungen im Umgang mit Musik. Basis aller Aktivitäten ist eine konsequente Fachschaftsarbeit mit klar umrissenen Aufgabenbereichen. Die nachfolgenden Ausführungen erläutern dies in den Bereichen:

  • Fachunterricht
  • Musikklassen
  • Kooperation mit der Engelbert-Humperdinck-Musikschule der Stadt Siegburg
  • Vokalpraxis
  • Instrumentalpraxis
  • Konzertwesen
  • Instrumentenfindung
  • Musik-Kennenlernen-AG für Grundschüler
  • Projektarbeit / Wettbewerbe

Fachunterricht

Der Fachunterricht wird auf der Basis ständig aktualisierter Curricula in enger kollegialer Absprache durchgeführt. Sechs Musiklehrern und Musiklehrerinnen stehen drei voll ausgestattete Fachräume, eine große Musiksammlung sowie die Schulaula als Ort für den Proben- und Konzertbetrieb zur Verfügung. Besondere Ausstattungsmerkmale finden sich im Bereich der Neuen Medien (Computer, Musiksoftware, Smartboards, Beamer etc.), die in mehreren Modellprojekten im Rahmen der Referendarausbildung (Kooperation mit dem Studienseminar Bonn) und in der Lehrerfortbildung den Status einer Stützpunktschule für Musik bestätigt haben. Mehrfach wurde das Gymnasium Alleestraße im Rahmen von Modellprojekten (z.B. InfoSchul I+II / Schulen ans Netz) für seine Kompetenzen in der methodisch-didaktischen Nutzung neuer Medien im Fach Musik ausgezeichnet.

Die Vernetzung mit der Lehreraus- und -fortbildung führt auch dazu, dass sich die Fachschaft ständig auf dem neuesten Stand musikdidaktischer Diskussion und schulpolitischer Entwicklung befindet.

Musikklassen

Im Schuljahr 2011/12 verstärkte das GSA im musikalischen Bereich sein Engagement durch die Einführung einer Profilklasse Musik. Im Schuljahr 2012/13 gab es aktuell zwei Musikklassen und mit Beginn des Schuljahres 2013/14 gibt es eine dritte. In diesen Musikklassen, die eine zentrale Säule des musikalischen Profils bilden, werden die Kinder, die ein besonderes Interesse und eine besondere Begeisterung zeigen, wenn es um Musik geht, in einem Klassenverband zusammengefasst. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Talent der Kinder bereits durch Instrumental- oder Gesangunterricht gefördert wurde/wird oder ob diese Förderung erst beginnen soll. In der Musikklasse treffen musikbegeisterte Kinder auf Gleichgesinnte und wachsen mit ihnen gemeinsam in die Welt der Musik hinein.

Die Kinder der Musikklassen erhalten professionellen Instrumentalunterricht in kleinen Gruppen oder einzeln. Sie können entweder ihren bisherigen Instrumental- oder Gesangsunterricht fortführen oder im Rahmen unseres Kooperationsvertrages mit der Engelbert-Humperdinck-Musikschule Siegburg dort Instrumental- oder Gesangsunterricht erhalten. Sie werden von Beginn an nahtlos in Schulensembles (Vororchester, Orchester, Chöre, Band, Bigband) integriert. Auch die Kinder, die keine traditionellen Ensemble-Instrumente spielen, erhalten vielfältige Möglichkeiten, bei Konzerten, Kammermusikabenden und anderen Vorspielen mitzuwirken und so Bühnenerfahrung zu sammeln. Der schulische Musikunterricht wird sinnvoll mit den Möglichkeiten des neuen Kernlehrplans auf musikalisches Gestalten hin ausgerichtet und somit durch das Instrumentalspiel bereichert, ohne seine wissenschaftspropädeutische Funktion aufzugeben. Der Musikunterricht wird bis zur Oberstufe durchgängig mehrstündig erteilt. Es besteht dennoch keine Einschränkung der Schullaufbahn. Das Konzept zielt nicht auf eine ausschließlich musikalische Schul- oder Berufslaufbahn, sondern ermöglicht – trotz Fokussierung auf Musik und die Option auf einen Musikleistungskurs – die volle Wahlfreiheit aller angebotenen Fächer. Wir bilden nicht gezielt Künstler aus, sondern bilden Menschen über die musischen Fächer. Und das alles in eigener Regie.

Kooperation mit der Engelbert-Humperdinck-Musikschule Siegburg

Das Gymnasium Siegburg Alleestraße und die Engelbert-Humperdinck-Musikschule der Stadt Siegburg arbeiten eng und partnerschaftlich zusammen und haben diese Verbindung vor einigen Jahren mit einem Kooperationsvertrag besiegelt. Im Rahmen dieser Partnerschaft haben z. B. die Schüler und Schülerinnen der Musikklassen die Möglichkeit, Instrumentalunterricht zu erhalten. Die Engelbert-Humperdinck-Musikschule hat dadurch großen Anteil am Erfolg der Musikklassen, von der Zusammenarbeit mit ihr profitieren unsere Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise.

Vokalpraxis

Die Förderung der stimmlichen Ausbildung beginnt im Gymnasium Alleestraße mit dem Eintritt in den Unterstufenchor, der aus allen Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufen fünf und sechs besteht. Nach dem Stimmbruch können die Schüler und Schülerinnen dann in den Mittelstufenchor und später in den OLEE-Chor, der seinen Namen aus der Zusammensetzung seiner Mitglieder gewinnt (Oberstufe, Lehrer, Eltern, Ehemalige), wechseln. Wer durch die Teilnahme am Mittelstufenchor die allgemeine Singfähigkeit nachgewiesen hat, wird zum Vokalpraktischen Kurs (VK) der Q1 zugelassen, der alternativ oder additiv zum künstlerischen Fach (Musik/Kunst/ Literatur) belegt werden kann. Der VK gliedert sich in eine zweistündige Praxisphase im Rahmen der Teilnahme am OLEE-Chor und einen einstündigen Unterricht. Die Schüler und Schülerinnen des VK erhalten einen Einblick in die Arbeitsweise eines Chores auf allen Ebenen, angefangen von der Projektplanung, über die Planung und eigene Durchführung von Warm-ups und Einsingprogrammen für den Chor bis zur Erstellung des Programmheftes und der Dokumentation der Projektphase. Die eigene inhaltliche Gestaltung ist in 4 Quartale gegliedert, die das jeweilige Projekt des OLEE-Chores entsprechend begleiten und flankieren. Damit entspricht der VK in konzeptioneller Anlage und Durchführung den Richtlinien des Landes NRW.

Der OLEE-Chor ist seit seiner Gründung eine feste Größe im Kulturleben unserer Schule, der Stadt Siegburg und auch außerhalb unserer Region. Inzwischen hat der Chor jedes Jahr – trotz Fluktuation – etwa 80-100 Mitglieder. In jedem Jahr wird ein größeres Werk einstudiert und in mehreren großen Konzerten präsentiert. Die Verzahnung aller an der Institution Schule Beteiligten in einem Ensemble hat einen ungemein hohen sozialen Wert, der sich auch im alltäglichen Schulbetrieb in der Art und Weise spiegelt, wie sich die Menschen an unserem Gymnasium begegnen. Das Verfolgen eines gemeinsamen Ziels mit der Akzeptanz und Wertschätzung eines jeden Einzelnen führt zu einem generell guten sozialen Klima und einem freundlich-respektvollen Umgang miteinander.

Instrumentalpraxis

In diesem Bereich haben die Schüler und Schülerinnen die Wahl zwischen der eher traditionell „klassischen“ Sparte mit Vororchester und Orchester oder dem Jazz-Pop-Bereich mit der Band und der Big Band.

Im Vororchester werden die Einsteiger von Fachkräften an das Ensemblespiel herangeführt und treten auch bei Konzerten als eigenes Ensemble auf. Darüber hinaus wirken sie aber auch im großen Orchester mit, das sich aus Schülern und Schülerinnen aller Jahrgangsstufen zusammensetzt. Im Probenbetrieb wird unterschieden zwischen Stammorchester und Projektphase, wobei die Probe des Schulorchesters eine Stunde wöchentlich beträgt, die in das Ganztagsangebot integriert ist. In der Projektphase, vor Konzerten oder Auftritten, treten zu der Kerngruppe des Orchesters Eltern und ehemalige Schüler hinzu, die den Klangkörper zu einem kompletten Sinfonieorchester vervollständigen. Die regelmäßige Teilnahme an den schulischen Konzerten und Events sorgt frühzeitig für Bühnenerfahrung. Das Repertoire ist breit gefächert (von Renaissance bis Star Wars) und ist stets auf die Verzahnung mit den anderen Schulensembles ausgerichtet. Durch die Integration der Orchestermusiker in den Projektbereich spielen fortgeschrittene Musiker mit den beginnenden Schülern und Schülerinnen Pult an Pult, was für Motivation und schnellen Lernzuwachs sorgt.
Die Musikklassen-Band ist das Ensemble, in dem diejenigen Kinder der Musikklassen zusammenfinden, die sich eher von den Popularstilistiken angezogen fühlen. Aber auch alle anderen Schüler und Schülerinnen der Schule können in der Band mitwirken. Die Musikklassen-Band spielt bekannte Stücke aus dem Bereich Pop und Jazz, die jeweils genau für die aktuelle Besetzung der Band arrangiert werden.

Die Big Band wird als Elterninitiative nach dem LdL-Prinzip (Lernen durch Lehren) geführt, wobei die älteren Mitglieder die Neuzugänge an die Hand nehmen und in den Ensemblebetrieb einführen. Die Big Band widmet sich neben dem klassischen Swing-Jazz auch neueren Pop- und auch Rockstücken, die im Big Band-Sound präsentiert werden. Neben den Auftritten innerhalb des Schulbetriebs greift auch die Stadt Siegburg bei offiziellen Anlässen und Festivitäten gern auf dieses Ensemble zurück. Bei den großen Projektkonzerten werden auch besonders begabte Schüler und Schülerinnen in das jeweilige Projektorchester integriert oder die Big Band kann (wie beim Cole-Porter- oder George-Gershwin-Projekt) als begleitendes Ensemble des OLEE-Chores agieren. Auf allen Ebenen der Instrumentalensembles wird in enger Kooperation der verschiedenen Leiter ein vernetztes Arbeiten praktiziert.

Im Rahmen des Ganztagsbetriebs nehmen die Instrumental-AGs eine wichtige Rolle ein. Der Unterricht wird von den Musiklehrern und -lehrerinnen des Gymnasiums als Gruppenunterricht kostenlos angeboten. Auch den Schüler und Schülerinnen der Erprobungsstufe, die noch über keine musikalische Vorerfahrung verfügen, bietet sich so die Möglichkeit, erstmals mit einem Instrument und mit Musik selbsttätig aktiv umzugehen. Besonders beliebt ist bei den Schülern und Schülerinnen das Instrument Gitarre. An der AG Gitarren 1, dem Anfängerkurs, nehmen jedes Schuljahr aufs neue zahlreiche Schüler und Schülerinnen der neuen Klassen 5 teil. Auch andere Instrumente werden angeboten, das Angebot variiert und richtet sich auch nach der Nachfrage. Im Schuljahr 2012/2013 gibt es eine Querflöten-AG und drei Gitarrenkurse. Die in diesen AGs erarbeiteten Stücke werden ebenfalls in den Schulkonzerten präsentiert, wobei es auch hier zur engen Vernetzung der einzelnen Gruppierungen kommt. Die Instrumental-AGs sind in das Ganztagsangebot integriert. Es steht darüber hinaus allen unseren Schülern frei, im Rahmen unseres Kooperationsvertrages mit der Engelbert-Humperdinck-Musikschule Instrumentalunterricht zu wählen.

Konzertwesen

Das Gymnasium Alleestraße veranstaltet regelmäßig Konzerte, in denen die schuleigenen Ensembles ihre erarbeiteten Werke präsentieren können. Pädagogische Ziele sind hierbei vorrangig, z. B. die Vernetzung der einzelnen Musikgruppen und deren wechselseitige Beachtung und Wertschätzung. So sehen die Schüler und Schülerinnen des Unterstufen-Chores, was die Abiturjahrgänge des OLEE-Chores leisten, die ihrerseits in den Darbietungen der Kleinen sehen, wo sie einmal begonnen haben. Die Konzerte dienen also neben der ästhetisch-künstlerischen Dimension auch immer der Erziehung. Auch die „Neuen“ im Schulbetrieb werden in das Gesamtereignis integriert und so kann jeder seinen Teil zu einem gelingenden Ganzen beitragen, woraus Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein erwächst. Hervorzuheben ist, dass trotz der pädagogischen Schwerpunktsetzung die Qualität oft den Rahmen des Gewöhnlichen sprengt.

Darüber hinaus sieht sich die Fachschaft auch der Begabtenförderung und der individuellen Förderung verpflichtet, indem sie entsprechende Talente frühzeitig erkennt und gezielt zu öffentlichem Spielen vor Publikum ermutigt.

Regelmäßig finden Projektkonzerte des OLEE-Chores statt, als Ergebnis der Arbeit eines ganzen Schuljahres. Dabei wird der Chor unterstützt von Instrumental-Ensembles (Orchester, Bigband, Begleit-Combo) sowie professionellen Gesangssolisten. Gelegentlich findet auch eine Zusammenarbeit mit der Theater-AG oder Tanzgruppen statt. Die Konzerte sind thematisch und stilistisch jedes Jahr neu gestaltet. Die Bandbreite reicht von Komponistenportraits (Orff, Gershwin, Porter) – zum Teil mit Revuecharakter –, über Musik der Renaissance, Filmmusik, Musicals bis zur konzertanten Aufführung selbstredigierter Opern (z.B. Die Hochzeit des Camacho/Mendelssohn, Szenen aus 'Faust'-Opern/Gounod/Boito). Die Konzerte des OLEE-Chores werden jedes Jahr auch außerhalb Siegburgs aufgeführt, häufig im Rahmen internationaler Begegnungen im Ausland.

Hinzu treten das Sommerkonzert und das Adventskonzert, die eine Binnenvernetzung der Ensembles intendieren und ein Forum für alle Schulensembles bilden. Thematisch eher frei gestaltet trainieren und präsentieren die Schüler und Schülerinnen hier ihren jeweiligen Leistungsstand und ihre Bühnenpräsenz.

Für die fortgeschrittenen Instrumentalisten und Instrumentalistinnen bzw. Sänger und Sängerinnen steht die Institution des Kammermusikabends zur Verfügung, der selbstgebildeten Gruppierungen das kammermusikalische Spiel vor Publikum ermöglicht. Auch besonders wertvolle künstlerische Beiträge im Solospiel finden Raum. Hier sieht sich die Fachschaft besonders der individuellen Förderung verpflichtet und die Bestätigung dieser Bemühungen schlägt sich oft auch in vorderen Platzierungen bei externen Wettbewerben (Jugend musiziert u.a.) nieder. Die Konzerte und Veranstaltungen der Ensembles des Gymnasiums Alleestraße haben einen festen und geschätzten Platz im Kulturleben der Kreisstadt Siegburg gefunden.

Instrumentenfindung

Im Frühjahr findet jedes Jahr in den Räumen und mit Unterstützung unseres Kooperationspartners, der Engelbert-Humperdinck-Musikschule, ein „Tag der Instrumentenfindung“ statt. An diesem Tag haben alle Schüler und Schülerinnen der neuen Musikklassen Gelegenheit, ihr Wunschinstrument auszuprobieren. Wer noch nicht entschieden hat, welches Instrument er erlernen will, kann an diesem Tag seine Wahl treffen und sich dabei von den professionellen Instrumentallehrern der Musikschule beraten lassen.

Musik-Kennenlernen-AG für Grundschulkinder

Um das musikalische Profil unserer Schule kennenzulernen, bieten wir zu Beginn eines jeden Kalenderjahres einige AG-Tage für Viertklässler an. Die Schüler und Schülerinnen der Grundschulen haben dann – betreut von einer erfahrenen Musiklehrerin – die Möglichkeit, in die Welt der Musik hineinzuschnuppern, verschiedene Musikinstrumente kennen zu lernen, mit musikalischen Klängen zu experimentieren und selbst viel Musik zu machen.

Projektarbeit / Wettbewerbe

Projektarbeit ist eine der etablierten Formen des kooperativen Lernens und des handlungsorientierten Unterrichts. Die Schüler und Schülerinnen können dabei selbstständig und eigenverantwortlich einen Bereich der musikalischen Gestaltung wählen und bearbeiten. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß und führt immer wieder zu unterschiedlichsten kreativen Prozessen und Ergebnissen. Neben den außerunterrichtlichen Projekten des Fachbereichs Musik werden auch im Unterricht mehrere Musikprojekte regelmäßig durchgeführt.

Das Lyrik-Projekt der EF hat sich als "Dauerbrenner" erwiesen und wird bei der regelmäßigen Evaluation des Unterrichts von den Schülern und Schülerinnen immer als das bedeutsamste und am nachhaltigsten verankerte Lernerlebnis gewertet. Neben der hohen Selbstverantwortlichkeit werden auch die freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit der differenzierten Schülerselbst- und Mitbewertung als motivierend erachtet. Nach einer Einführung in die harmonischen und rhythmischen Grundlagen der Textvertonung vertonen alle Schüler und Schülerinnen der Musikgrundkurse der Stufe EF in Kleingruppen ein Gedicht Ihrer Wahl. Die Wahl der Mittel sowie des musikalischen Genres ist dabei freigestellt. Die Aufgabe und Bewertung gliedert sich in drei Bereiche: Produkt, Dokumentation und Präsentation. Am Ende einer mehrwöchigen Freiarbeitsphase werden die Ergebnisse dann vor dem Kurs oder der ganzen Jahrgangsstufe präsentiert.

Auch die Unterstufe wird bereits früh in die Projektarbeit eingeführt. Dabei wird im Rahmen der Unterrichtsreihe "Musik in unserer Umwelt" das Radio als Medium thematisiert. Die Schüler und Schülerinnen erarbeiten nach eigenen Wünschen und Vorlieben bestimmte Grundbestandteile einer Radiosendung (Interviews, Berichte, Musiksendungen...) und erarbeiten in Kleingruppen ein entsprechendes Radiofeature, das dann aufgenommen, digital nachbearbeitet und zusammengeschnitten wird. Radio wird so zur eigengestalteten Wirklichkeit und als Hör-Informationsmedium erfahrbar.

Das Gymnasium Alleestraße Siegburg bietet seinen Schülern und Schülerinnen inner- und außerunterrichtlich ein breites und umfassendes Spektrum musikalischer Aktivitäten und Bildung, die talent- und kulturfördernd einen wichtigen Beitrag zur Erziehung leisten. Allgemein förderliche und anerkannt positive didaktische Prinzipien werden hier konsequent umgesetzt: Handlungsorientierung, kooperatives Lernen, individuelle Förderung, Lernen durch Lehren usw.

Theater

Der Fachbereich Theater umfasst zurzeit Kurse in den Jahrgangsstufen 10 (EF) und 11 (Q1). Neben den fachspezifischen Zielsetzungen strebt der Theaterbereich ausdrücklich eine Vernetzung seiner Arbeit mit anderen Fächern an.

Jahrgangsstufe EF

Voraussetzung für die Teilnahme am Theaterkurs in der Jahrgangsstufe Q1 ist die Absolvierung der zweistündigen Theater AG in der EF, in der den Schülern und Schülerinnen grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen mit dem Theater – im weitesten Sinne – vermittelt werden, wie z.B.:

  • theatersportliche Übungen:  Sprech-/Atemtechniken, Bewegung, Raumerfahrung
  • Ausdrucks- und Vertrauensübungen
  • Kreativitätsübungen, Gestaltung von Spielszenen: Monologe, Kurzszenen, szenische Lesung (nach Möglichkeit unter Zugriff auf Texte, die in anderen Fächern der Jahrgangsstufe behandelt werden)
  • Regieübungen und kritische Beurteilung eigener Spielszenen,
  • Musik, Licht, Maske, Kostüm als theatrale Elemente
  • Vergleich von Inszenierungskonzepten: Requisiten, Bühnenbau und Theatertechnik (Ton, Licht, Kulisse usw.) (nach Möglichkeit unter Zugriff auf Texte, die in anderen Fächern der Jahrgangsstufe behandelt werden).

Zielsetzung ist dabei, z.B. folgende Kompetenzen zu erreichen:

  • sich selbst etwas zutrauen und Vertrauen in die Gruppe setzen (Spontaneitäts- und Vertrauensübungen)
  • Entspannungstechniken anwenden; Frustrationstoleranz zeigen
  • positive und negative Selbstkritik äußern; faire Kritik an anderen äußern können
  • Fähigkeit und Bereitschaft zur Teamarbeit.

Die Bandbreite der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in den Bereichen Haltung, Bewegung, Stimme, Sprache, Kreativität, Rollenfach soll an vorgegebenen oder selbst entwickelten Spielsituationen ausprobiert und erfahren und auch die Wirkung auf Zuschauer eingeschätzt werden.

Jahrgangsstufe Q1

Der Theaterkurs in der Q1 umfasst einen 3-stündigen Grundkurs mit wechselnden Aufführungsprojekten. Inhalt des Kurses ist die Erarbeitung eines abendfüllenden Theaterstücks mit dem Ziel einer Aufführung. Die Anforderungen an die Schüler und Schülerinnen und deren Leistungen können dabei sehr differenziert sein, je nach Art des Theaterstücks und dessen experimentelle Umformung für die schulischen und bühnentechnischen Bedingungen sowie abhängig von der jeweiligen persönlichen Begabung und Eignung und den Interessen. Schwerpunktmäßig machen sie dabei Erfahrungen

beim Schauspiel:

  • Erarbeitung der realhistorischen oder literarischen Hintergründe des Stückes
  • dramaturgische und schauspielerische Erarbeitung

bei Video und Tanz (falls in der Inszenierung vorgesehen)

  • Erstellung von Videoclips
  • Erarbeitung von Choreographien

Theatertechnik und Bühnenbau

  • Anfertigung und Besorgung von Requisiten und Kulissen
  • Ton- und Lichttechnik, Schneiden von Musikbeiträgen

Organisation und Dokumentation

  • Organisation der Aufführungsabende
  • Erstellen eines Programmheftes
  • Erstellen des aufführungsbegleitenden Informations- und Bildmaterials.

Die Zielsetzungen und zu erreichenden Kompetenzen sind hier überaus vielfältig, u.a.

  • die Grunderfahrung Theater (aus EF-AG) in einem langfristigen Projekt umsetzen
  • die Perspektive einer anderen Person (Rollenfigur) annehmen und ausdrücken
  • eine literarische Figur mit Leben erfüllen, Emotionen entwickeln und zeigen, Körper und Stimme bewusst einsetzen
  • sich von eingeübten Verfahren lösen und neue Sicht- und Gestaltungsweisen ausprobieren
  • lange Texte auswendig beherrschen und präsentieren, sich einer breiten Öffentlichkeit stellen
  • diszipliniert und gemeinschaftlich an einem Projekt arbeiten, unbedingte Zuverlässigkeit und Ausdauer zeigen, die Zeit selbstständig und verantwortlich einteilen (Wochenendproben).

Die Theater AG agiert seit vielen Jahren äußerst erfolgreich mit sehr unterschiedlichen Stücken (z.T. bearbeitet, z.T. gänzlich aus der Feder der langjährigen Kursleiterin), genannt seien hier nur: Oscar Wilde: Das Gespenst von Canterville; Mark Twain: Die Flohprinzessin; Shakespeare/Kishon: Julia und Romeo (eine Kompilation); BLUT ist ein ganz besondrer Saft! (Vampirstück nach Motiven der Phantastischen Literatur) – oder in Kooperation mit anderen Schulensembles: Spielfilm und Live-Tanztheater zum Konzertabend des OLEE-Chores mit der Oper von Mendelssohn-Bartholdy, Die Hochzeit des Camacho; Schülerrevue Alle(e)z-hop; MozArt – Eine szenisch-musikalische Collage mit Unterstufenchor, Lehrerchor, Vokalpraktischer Kurs, Instrumentalsolisten, Tanzgruppe, Videokurs. Häufig werden die Theaterprojekte kursübergreifend begleitet durch passende Kunstausstellungen und Behandlung entsprechender Literatur im Unterricht.

Das letzte Projekt – im Schuljahr 2012/13 – bezog sich auf das Gebrüder-Grimm-Jahr. In Zusammenarbeit mit den Fächern Deutsch, Musik, Kunst und Sport wurde das Werk der Brüder Grimm umfassend gewürdigt. Die beiden Theaterkurse erarbeiteten ein Märchenstück – Der Wald der Wünsche – nach Motiven der Brüder Grimm, das unter Beteiligung von Lerngruppen anderer Jahrgangsstufen (Kinderchor, Kinderballett usw.) in drei Aufführungen präsentiert wurde, darunter eine gekürzte „Kinderfassung“ für Grundschulkinder. Im Stadtmuseum fand dazu eine Ausstellung von Kunstkursen statt.

Neue Unterrichtsmethoden

Wer sich auf die Suche nach der erfolgversprechenden Unterrichtsgestaltung begibt, wird schnell im Dschungel der leicht 100 verschiedenen methodischen Varianten, die alle den Anspruch auf Aktualität erheben können, untergehen und verzweifeln. Bleibt man da doch besser bei den alt bewährten Formen der letzten Jahrzehnte?

Unsere Schüler und Schülerinnen – und damit auch ihre Lehrer – sehen sich heute mit veränderten Erwartungen und Herausforderungen konfrontiert: Neue Rahmenbedingungen wie die verkürzte Schulzeit sowie Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen, die aus den Bildungsstandards hervorgehen, erfordern reflektierte unterrichtsmethodische Orientierungen und Neu-Ausrichtungen. Hierbei gibt es nicht die eine allen anderen überlegene Methode. Grundsätzlich jedoch verändert sich der Unterricht hin zu schüler- und handlungsorientierten Formen mit den Zielen der individuellen Förderung, des „Lernen Lernens“, der Erziehung zur Selbstständigkeit sowie der Stärkung von kommunikativen, sozialen und Problemlösungskompetenzen.

Auch wenn in den verschiedenen Fächern naturgemäß unterschiedliche Unterrichtsmethoden und Arbeitsformen eingesetzt werden, so lassen sich doch fächerübergreifend unter dem Sammelbegriff des Eigenverantwortlichen Arbeitens (EVA) Techniken zusammenfassen, die zu selbstständigen Arbeitsformen wie Projektarbeit oder Stationenlernen anleiten. Sie verlangen von den Kindern ein hohes Maß an Eigenständigkeit und methodischer Disziplin, ermöglichen dabei aber vor allem ein individuelles Lerntempo und stärken Eigeninitiative, Teamfähigkeit sowie Präsentations- und Organisationskompetenz. Curricular fest implementiert ist etwa im Deutschunterricht der Jahrgangsstufe 7 eine Projektarbeit zu einem der Unterrichtsthemen des Jahres. Zum Standard des Geschichtsunterrichts gehört das Stationenlernen ebenso wie Wochenpläne im Fremdsprachenunterricht. Wichtig in diesen Zusammenhang sind schließlich auch unser erprobtes Mentorensystem und das Förderkonzept „Schüler helfen Schülern“.

Qualitätssicherung (siehe auch Kapitel 400 Evaluation)

Ein Schulprogramm bildet nicht den Rahmen, der einer ausführlichen Diskussion des Qualitätsbegriffes im Bildungswesen angemessen wäre. Dennoch sollen zumindest wesentliche Aspekte des Begriffs „Qualität“ umrissen werden, die es in Schule zu sichern gilt. Anschließend soll kurz dargelegt werden, auf welche Aspekte des Begriffs die Fokussierung erfolgen soll.

Auf den verschiedenen Ebenen von Schule spielt immer Qualität im Sinne des "miteinander Umgehens" eine entscheidende Rolle, ebenso wie Sozialkompetenz, Führungskompetenz, Leitungsqualifikationen und -qualitäten auf allen Ebenen (Lernende – Lernende; Lehrende – Lehrende, Leitende – Leitende; Lernende – Lehrende usw.), da durch sie erst das Funktionieren des Gesamtsystems ermöglicht wird.

In diese Kommunikationsqualitäten ist entsprechend auch der Umgang mit den außerschulischen Partnern und deren Umgang mit Schule, die Kommunikation mit dem Schulträger, der Schulaufsicht usw. einzubeziehen. Diese Qualitäten werden hier aber nicht näher betrachtet werden können.

Administrative Kompetenzen und Qualitäten sind ebenfalls nur zum Teil im Schulprogramm zu erfassen, zumindest dort, wo sie nicht mehr operationalisierbar sind. Ungeachtet dessen sind sie steter Gegenstand des Schulalltags und werden vor allem im Gespräch fortlaufend evaluiert und dort, wo dies möglich ist, optimiert (Ergebnisoptimierung, Prozessoptimierung, Zeitoptimierung u.a.). Zum Thema „Fortbildungen“ sei auf den entsprechenden Abschnitt verwiesen.

Der fachliche Bereich des Unterrichts lässt sich demgegenüber und auch vor dem Hintergrund von zu erwerbendem Wissen und Kompetenzen seitens der Lernenden gemäß verschiedener Standards operationalisieren und evaluieren.

Die Fachkonferenzen beraten regelmäßig über die Fortentwicklung des Curriculums, beziehen eigene Erfahrungen ein und nutzen Gelegenheiten zur Fortbildung zum Beispiel im Bereich neuer Unterrichtsmethoden, eigenverantwortlichen Arbeitens usw. In den Fächern der Zentralen Prüfungen und der Lernstandserhebungen (s. dort) finden zusätzliche Rückmeldungen statt, ebenso über Klassenarbeiten und Klausuren, die zum Teil parallelisiert, gemeinsam vorbereitet und ggf. kreuzkorrigiert werden. In einigen Fachschaften ist es üblich, gerade Klausuren, deren Ergebnisse im unteren Bereich der Notenskala angesiedelt sind, von Kollegen oder Kolleginnen gegenlesen zu lassen.

Facharbeiten wurden und werden unterrichtlich oder projektartig vorbereitet. Sie dienen in besonderem Maße der Einführung in Formen und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens. Hier reagiert die Schule einerseits auf die zunehmende Praxis der ungekennzeichneten Zitation, andererseits auf die ebenfalls nicht immer vorhandenen Fähigkeiten, die für die Erstellung einer Facharbeit gefordert werden müssen.

Zur Qualitätssicherung gehört auch die institutionalisierte Reflexion über die zentralen Prüfungen (ZP 10, Abiturprüfungen und auch Lernstandserhebungen, s. dort).

Fachcurricula

In einem fortlaufenden, intensiven Beratungsprozess werden jährlich die schulinternen Fachcurricula von den Fachkonferenzen überprüft, weiterentwickelt und den Vorgaben des Ministeriums für Schule und Weiterbildung – besonders im Hinblick auf den achtjährigen Bildungsgang am Gymnasium – angepasst. Mit den Schülern und Schülerinnen sowie den Eltern werden in den Fachkonferenzen  die kompetenzorientierten Lehrpläne und Bewertungskriterien diskutiert und erörtert sowie abgestimmt. Diese sind auch auf unserer Homepage nachzulesen.

Begabtenförderung und Hochbegabtenförderung

Es gibt kein anerkanntes Testverfahren, das es uns erlauben würde, Hochbegabte von den Schülern und Schülerinnen zu unterscheiden, die man früher einfach als für das Gymnasium geeignet bezeichnet hätte; diesbezügliche Methoden, die in anderen Schulen zur Anwendung gelangen, haben uns nicht überzeugt. Die Mitarbeit in der „Begabtenkommission / Dr. Lorek“ ist zweifellos interessant und generiert Anregungen und  Gesprächsansätze, kann aber das oben erwähnte grundsätzliche Problem nicht lösen.

In der Praxis sind wir bemüht, besonders begabte Schüler und Schülerinnen im Alltag wahrzunehmen, wobei die Expertise der Unterrichtenden und – da es sich sehr oft um höhere Klassenstufen handelt (EF, Q1; Q2 ist ein Sonderfall wegen der Imminenz des Abiturs) –, die Bündelungskompetenz der Oberstufenverwaltung eine gewichtige Rolle spielen. Gespräche mit den in Rede stehenden Schülern und Schülerinnen und den Erziehungsberechtigten ergeben ein Gesamtbild, vor dessen Hintergrund eine Empfehlung ausgesprochen wird. Diese Empfehlung berücksichtigt neben der reinen  „akademischen Performanz“ die Persönlichkeit des Applikanten, sein artikuliertes Vertrauen in seine Lernfähigkeit(en), seine Kreativität, seinen Willen zum selbstverantworteten Lernen im Rahmen einer gesellschaftlich akzeptierten Leistungskultur. Grundsätzlich legen wir den Erziehungsberechtigten – wenn der Eindruck eines in Anbetracht der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes überzogenen elterlichen Ehrgeizes entsteht – die Frage vor, ob denn die Verkürzung bzw. Einschränkung von Kind- bzw. Schüler-Sein wirklich wünschenswert sei. Wir verfahren hier keineswegs restriktiv, wissen aber, dass es neben „Beschleunigung“ und „performance“ Werte gibt, die es zu berücksichtigen gilt.

Zur Zeit befinden sich keine Schüler und Schülerinnen der SII in Fördermaßnahmen, die als „Große Drehtür“ bezeichnet werden. Gleichwohl verlaufen Informationsaustausch und Kooperation mit den außerschulischen Partnern – Universität Bonn, Universität Köln und Hochschule Rhein-Sieg – ertragreich.

Im sprachlichen Bereich und hausintern sind wir in der Lage, unseren sprachlich begabten Schülerinnen/Schülern das Cambridge Certificate und DELF (hier sogar „preiswürdig“) anzubieten.

   
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