EF-Schüler Benjamin Bokämper entwickelt ein eigenes Theaterstück und bringt mit einem jungen Ensemble die GSA-Aula zum Nachdenken
Frieden beginnt nicht erst dort, wo Kriege enden. Manchmal beginnt er schon bei einem Streit auf dem Schulhof, einem Missverständnis unter Freunden oder der Entscheidung, aufeinander zuzugehen, statt den Konflikt weiter anzuheizen. Doch wie einfach ist es eigentlich, Frieden zu schaffen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Benjamin Bokämper aus der EF – und machte daraus gleich ein ganzes Theaterstück. Am Freitag, dem 9. Oktober, brachte er mit Schülerinnen und Schülern der Orientierungs- und Mittelstufe (Micha Lenz aus der 7a, Sophie Gillert (6a), Mathilda Bettinger, Kjell Helmsmüller, Frida Zubrinna und Emily Doboko (6b)) sein selbst geschriebenes Stück „Einfach Frieden – Wie einfach kann Frieden sein?“ auf die Bühne der GSA-Aula.
Am 16.10. wurde das Stück dann auch erneut vor Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen aufgeführt.


Zum Gelingen trug auch die Technik-AG unter der Leitung bei, die die Aufführung gewohnt gelungen technisch unterstützte.
Was als eigene Idee im Projektunterricht der Begabtenförderung begann, wurde zu einem beeindruckenden Gemeinschaftsprojekt. Benjamin übernahm dabei nicht nur das Schreiben des Stücks, sondern führte auch Regie, organisierte die Proben und trug die Verantwortung für das gesamte Ensemble. Gemeinsam mit den jungen Darstellerinnen und Darstellern entwickelte er eine Aufführung, die eine große Frage auf ganz lebensnahe Weise aufgriff.
Das Theaterstück richtete den Blick jedoch ebenso auf das eigene Umfeld: Wie entsteht ein persönlicher Streit? Was bringt Menschen dazu, sich gegenseitig zu verletzen oder nicht mehr miteinander zu sprechen? Und was kann jede und jeder Einzelne tun, um das Zusammenleben ein wenig friedlicher zu gestalten?
Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler näherten sich diesen Fragen nicht nur mit Worten, sondern machten sie auf der Bühne erlebbar. Dabei war auch das Publikum gefragt: Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden interaktiv in das Geschehen einbezogen und konnten sich so unmittelbar mit den Gedanken und Situationen des Stücks auseinandersetzen. Aus einem Theaterabend wurde damit mehr als eine Aufführung – nämlich eine gemeinsame Suche nach Möglichkeiten, Konflikte anders zu lösen und im Alltag selbst einen Beitrag zu einem friedlicheren Miteinander zu leisten.
Die zahlreichen Gäste aus der Schulgemeinschaft zeigten sich begeistert und belohnten die Darstellerinnen und Darsteller mit tosendem Applaus. Der Erfolg des Abends galt dabei nicht allein der schauspielerischen Leistung der jungen Beteiligten. Er machte ebenso sichtbar, was entstehen kann, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und andere für ein gemeinsames Vorhaben begeistern.
„Einfach Frieden – Wie einfach kann Frieden sein?“ war damit nicht nur ein kreatives Projekt der Begabtenförderung, sondern auch ein Denkanstoß für die gesamte Schulgemeinschaft. Denn Frieden ist keine Aufgabe, die allein Politikerinnen und Politiker oder internationale Organisationen lösen können. Er beginnt ebenso in den kleinen Begegnungen des Alltags – in der Bereitschaft zuzuhören, eigene Fehler einzugestehen und aufeinander zuzugehen.
(Text: Dr. Müller/Klein, Fotos: Müller)












