„Alle(e)s Kunst!“ Eine neue Reihe im Stadtmuseum stellt Bilder von GSA-Schülern vor

Die Zeichen stehen schon seit längerem auf Kooperation: Stadtmuseum und Gymnasium Alleestraße wollen enger zusammenarbeiten. Seit Januar sind Ge­spräche im Gange. Jetzt geht’s an die Umsetzung der schönen Pläne: Vor wenigen Tagen trugen die Kunstlehrerinnen Meike Jansen und Anita Uyar ausgewählte Unter­richtsergebnisse von einem Gebäude ins andere. Bis nach den Osterferien sollen sie einen Eindruck von der schöpferischen Tatkraft der Schüler und Schüle­rinnen unterschiedlicher Jahr­gänge vermitteln. Ausgerechnet die Jüngsten haben sich im Stil des Pointillismus erprobt: Mit verblüffender Genauigkeit setzten die Sechst­klässler Motive von Siegburg und Umgebung aufs Papier. Dabei übertrugen sie zunächst die Konturen mit Bleistift auf ein Blatt Papier. Anschließend füllten sie die Flächen mit kleinen Farbpunkten, indem sie die Wasserfarbe mit Wattestäbchen auf das Papier tupften. So entstand unter anderem eine gelungene Impression der Abtei Michaelsberg.

Nicht minder erstaunlich sind die Arbeiten der Oberstufenschüler. In Anlehnung an die Kupferstiche Albrecht Dürers haben sie verschiedene Haardarstellungen studiert. Wichtig war dann die präzise Ausführung der Parallelschraffur und der geschickte Einsatz von Auslassungen und Ballungen bei der Strichführung. In der Raster­vergrößerung zeichneten die SuS ihr Bild nach einer Fotovorlage zunächst mit Bleistift vor, es folgte die Vervollständigung mit Fineliner.

Eine anderer Kurs erstellte Selbstbildnisse – allerdings erforderte die Aufgabe ein wenig Mut zur Hässlichkeit. Nachdem sie Einzelstudien von Augen, Mündern, Nasen und Ohren angefertigt hatten, fotografierten die Jugendlichen sich gegenseitig in mimisch ungewöhnlichen Posen. Möglichst scheel gucken und das Gesicht verziehen! So lautete die Order. Das fiel den Damen nicht immer ganz leicht, doch war die Hemmung erst einmal überwunden, stellte sich auch der Spaß am Fratzenschneiden ein. Beim anschließenden Zeichnen stand nur der Bleistift zur Verfügung. Gefordert war eine kontrastreiche Hell-Dunkel­verteilung, die dem eigenen Kopf am Ende auch den nötigen Charakter verleiht.

Die Abiturienten wiederum beeindrucken im Stadtmuseum mit dem Thema Non-Finito, sprich: mit unvollendeten Skulpturen im Kleinformat. Als Material stand denn auch nicht kostbarer, steinharter Marmor zur Verfügung, sondern Gips oder auch schlichtes Seifenstück. In Anlehnung an Michelangelos Sklavendarstellungen wurde die Figur dafür so positioniert, dass sie sich aus dem Material herauszuwinden scheint.

Unter dem Motto „Alle(e)s Kunst!“ wollen die beiden Partner künftig regelmäßig einen Überblick darüber geben, was an kreativen Lösungen während eines Schuljahrs entsteht. Statt zur Eröffnung lädt das Museum am Mittwoch, 15. April um 11 Uhr zur Finissage. Die Ausstellung wurde bis zum 3. Mai 2015 verlängert. (ml. 12.3.15/FOTO: Jansen)

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