Exkursion zum Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw)
Im Rahmen einer fachübergreifenden Exkursion besuchten 46 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Siegburg Alleestraße aus den Differenzierungskursen Geographie-Physik der Jahrgangsstufen 9 und 10, aus der Begabtenförderung, dem Leistungskurs Geographie sowie dem Projektkurs „Geographie-Physik mit dem Entwicklungsschwerpunkt Kenia“ der Q1 das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw) in Euskirchen.
Die Exkursion wurde in gemeinsamer Verantwortung von Herrn Oberstleutnant Ralf Keller und Frau Dr. Christina Müller vorbereitet und umgesetzt. Während Herr Keller als Vertreter der Bundeswehr die organisatorischen Abläufe und Programmpunkte am Standort koordinierte, initiierte Frau Dr. Müller als Fachlehrkraft die jahrgangsstufenübergreifende Teilnahme interessierter Schülerinnen und Schüler und begleitete die inhaltliche Anbindung an den Unterricht.


Auf diese Weise konnte ein schulisches Lernangebot realisiert werden, das über einzelne Kurse hinaus zahlreiche geographie- und naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche zusammenführte.
Der Besuch einer in der Regel nicht öffentlich zugänglichen Einrichtung der Bundeswehr stellte für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Erfahrung dar. Die Exkursion ermöglichte authentische Einblicke in moderne Forschungs-, Analyse- und Arbeitsprozesse und verdeutlichte, wie schulische Inhalte aus den Fächern Geographie und Physik in sicherheits-, forschungs- und gesellschaftsrelevanten Kontexten Anwendung finden.
Nach der Ankunft wurde die Lerngruppe freundlich empfangen und erhielt eine Einführung in die Aufgaben und Strukturen des ZGeoBw. Das Zentrum ist der zentrale Geoinformationsdienst der Bundeswehr und untersteht organisatorisch dem Kommando Cyber- und Informationsraum sowie fachlich dem Bundesministerium der Verteidigung. Als Ressortforschungseinrichtung des Bundes unterstützt das ZGeoBw nicht nur die Bereitstellung aktueller und qualitätsgesicherter Geoinformationen im In- und Ausland für die Bundeswehr, sondern auch für zivile Organisationsbereiche. Damit vernetzt es Wissenschaft, Forschung und Praxis und leistet einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsentwicklung auf Bundesebene.
Besonders eindrucksvoll war die Größe der Einrichtung: Rund 1.000 Mitarbeitende arbeiten am Standort Euskirchen, zudem befindet sich dort das größte Kartenlager Europas. In mehreren Fachvorträgen erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in zentrale Themen wie Kartographie, Fernerkundung, Geoinformationssysteme (GIS) sowie moderne Navigationssysteme. Anschaulich wurde gezeigt, wie präzise Karten und digitale Geländemodelle entstehen und wie sogenannte Befahrbarkeitskarten genutzt werden, um Gelände unter Berücksichtigung von Bodenbeschaffenheit, Vegetation und Wetterbedingungen zu analysieren.
Ein besonderes Highlight bildete der praktische Teil im Außengelände. Hier konnten die Jugendlichen unter anderem Drohnen, moderne Vermessungstechnik und das Eagle-Fahrzeug kennenlernen und erfahren, wie diese Systeme zur Datenerfassung und Analyse eingesetzt werden. Ergänzt wurde das Programm durch die Besichtigung des zentralen Kartenlagers und der hauseigenen Druckerei. Ein gemeinsamer Mittagsimbiss, gesponsert von der Bundeswehr, bot zudem Gelegenheit zum Austausch und zur Vertiefung der Eindrücke.
Den Abschluss bildete eine Gesprächsrunde, in der fachliche Fragen vertieft und weiterführende Aspekte diskutiert wurden. Dabei wurden auch aktuelle internationale Entwicklungen und geopolitische Zusammenhänge angesprochen und aus fachlicher Perspektive eingeordnet. Der Austausch verdeutlichte, wie eng geowissenschaftliche Fragestellungen mit globalen Entwicklungen und gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden sind.
Fazit:
Die Exkursion stellte eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts dar. Sie verband fachliche Inhalte mit realen Anwendungen, förderte interessengeleitetes Lernen über Jahrgangsstufen hinweg und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen fundierten Einblick in ein hochaktuelles und gesellschaftlich relevantes Arbeitsfeld. Ein herzlicher Dank gilt Herrn Oberstleutnant Keller sowie dem gesamten Team des ZGeoBw für die engagierte Organisation und die eindrucksvollen Einblicke.
(Text: Dr. Christina Müller – Fotos: Norbert Laslo & Dr. Christina Müller)














