6A fährt zur Gedenkstätte “Landjuden an der Sieg“ und putzt Stolpersteine
Der November ist als Erinnerungsmonat bekannt, es reihen sich Gedenktage wie Perlen an der Schnur aneinander. Da gedenkt man unter anderem der Verstorbenen und erinnert an die unrühmliche Geschichte unseres Landes, deren grauenvoller Lichterschein am 9. November flackerte und ein Scherbenmeer hinterließ.
Der November ist für Kinder der Musikklassen aber ein Monat der Proben, denn der TOFF und das Adventskonzert stehen bevor. Da bleibt nur wenig Zeit fürs Innehalten, für Momente der Stille. Ein Ausflug würde den straffen Zeitplan in Bedrängnis bringen.
Nach dem Adventskonzert ist dafür Zeit und so verlagerten Klassenlehrerin Anke Braun und die 6A das Gedenken und Erinnern kurzerhand in den Dezember.


Am 17. Dezember besuchte die Klasse unter kundiger Führung von GSA-Kollegin Siegrid Schierbaum die „Gedenkstätte Landjuden an der Sieg“ in Windeck-Rosbach. Der Ort ist klein und bietet mit seiner Gedenkstätte eine Möglichkeit, die Geschichte im Kleinen zu begreifen. Es stehen nicht die Greueltaten der Deutschen in all ihren Facetten und niederträchtigen Schattierungen im Vordergrund. Das Unheil wird an einer Familie erfahrbar und so zeigt sich eindrücklich, dass große Geschichte im Kleinen nachvollzogen werden kann.
Während in Köln, Bonn und andernorts die Stolpersteine weit verstreut und doch meist leuchtend an die einstigen Bewohner erinnern, säumen sie in Rosbach nahe beieinander liegend die Straßen, aber blinken schon lange nicht mehr. Deshalb hatten die beiden Lehrerinnen Schwämmchen, Lappen und Politur dabei.
Fast schmerzlich merkten die Kinder der 6A, dass das Erinnern eine aufreibende Angelegenheit darstellt. Lange brauchte es, den Stolpersteinen ein wenig Glanz zu verleihen und sie so wieder zu einem auffallenden Ort der Erinnerung werden zu lassen.
Die Juden im Rheinland und an der Sieg bei uns waren einst geschätzte Nachbarn, Mitspieler im Fußballverein oder dem Orchester, Freunde! Wenn jetzt die Narren bald wieder dem karnevalistischen Vergnügen frönen, sei daran erinnert, dass Freunde zusammenstehen und dass das Rheinland ein Ort gemeinsamer Freude und Toleranz ist.
(Text: Braun, Fotos: Braun/SuS 6A)






