Landschaft – Ist sie ein realer Ort, eine Erinnerung, ein Gefühl – oder vielleicht eine Vision der Zukunft?
In unserer diesjährigen Kunstausstellung widmen sich die Klassen 5 bis Q1 vereinzelt dem übergeordneten Thema „Landschaft“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei wird deutlich: Landschaft ist weit mehr als Naturdarstellung – sie ist Lebensraum, Ausdruck von Stimmung, Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und Experimentierfeld künstlerischer Gestaltung.
Die Klasse 9 nähert sich dem Thema über Streetart. Bügelperlenbilder entstehen für die urbane Landschaft – inspiriert von Graffiti, Schriftzügen und starken Farbkontrasten. Die Stadt wird zur Bühne, Mauern werden zu Erzählern von Geschichten, und Landschaft erscheint als pulsierender Lebensraum.


Im Bereich der Zentralperspektive erforschen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 räumliche Tiefe und Blickführung. Landschaftszüge ziehen den Blick in die Bildmitte und eröffnen neue Perspektiven. Landschaft wird hier als konstruierter Raum erfahrbar – geplant und durchdacht.
Die Arbeiten zum Thema Komplementär- und Farbkontraste zeigen, wie stark Farben unsere Wahrnehmung von Landschaft beeinflussen. Warme und kalte Töne, Hell-Dunkel-Gegensätze und komplementäre Farbpaare erzeugen Spannung, Dynamik oder Harmonie. Gepaart mit Stoffelementen wird hier Landschaft von der Klasse 5 durch Stofflichkeit zur Bühne der Kontraste und der Farben.
Ein besonderes Projekt der Klasse 8 zeigt Häuser aus Naturmaterialien. Mit Ästen, Blättern, Steinen und Erde entstehen kleine architektonische Formen – eingebettet in die natürliche Umgebung. Diese Werke thematisieren das Zusammenspiel von Mensch und Natur und stellen die Frage nach nachhaltigem Bauen und Leben.
In der Qualifikationsphase (Q1) werden Landschaften schließlich reflektiert und weitergedacht: als innerer Seelenraum, als politischer Raum oder als Symbol für Veränderung.
Hier verbinden sich Technik, Konzept und individuelle Aussage zu vielschichtigen Bildwelten. Die Collagen und Buchskulpturen eröffnen neue Bildwelten: Zerschnittene Fotografien, Papierfragmente und Fundstücke verbinden sich zu imaginären Landschaften, aber auch politischen sowie gesellschaftlichen Zukunftsvisionen oder kritische Kommentare.
Diese Ausstellung lädt dazu ein, Landschaft neu zu sehen – nicht nur als Panorama, sondern als Ausdruck von Identität, Zeit und Perspektive.
(Text/Fotos: A. Uyar)










