GSA-Schülerinnen und Schüler im Austausch mit Existenzgründern und Initiativen aus Nairobi.
Mit Spannung wurde die nächste Life-Schaltung nach Korogocho erwartet. Diesmal aber nicht mit Schülerinnen und Schülern oder Studentinnen und Studenten, die das GSA weiterhin unterstützt, sondern mit jungen Existenzgründern, die ebenfalls durch den Tag für Korogocho eine Finanzspritze für ihr Vorhaben bekommen sollen.
Klappt die Technik? Können wir die Fragen unserer kenianischen Partner alle beantworten?
Am 5. Februar war es dann endlich so weit. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde es sehr schnell inhaltlich. Ein junger kenianischer Existenzgründer aus Korogocho fragte, ob es denn in Deutschland Slums gäbe.


Daraufhin entwickelte sich eine interessante Diskussion über das deutsche Sozialsystem und die Sozialversicherungen sowie soziale Disparitäten innerhalb Kenias und Deutschlands. Zudem wollten die jungen Kenianer mehr über die Hobbys und Essgewohnheiten unserer Schülerinnen und Schüler wissen. Insgesamt nahmen 32 Kinder und Jugendliche von Klasse 5 bis zur Einführungsphase teil.
Im Fortgang der Life-Schaltung ging es dann insbesondere um die Initiativen innerhalb des Slums.
Exemplarisch soll hier die Wakulima Youth Group genannt werden.
WAKULIMA YOUTH GROUP
„Wakulima“ steht für Bauer, Farmer. Diese Gruppe, bestehend aus 12 Jungs und vier Mädchen/jungen Frauen, hat sich vor etwa drei Jahren gegründet. Es ist eine offiziell registrierte Organisation, sogenannte „Self Help Group“. Das Zertifikat liegt vor.
Die Gruppe hat zunächst damit begonnen, einen kompletten Korridor (Zwischenräume zwischen den Hütten) von Dreck, Müll und Abfall zu reinigen. Danach hat sie ihn grün bepflanzt.
Es ist auch der Ort, an dem sich die Gruppe einmal pro Woche zu ihrer „Sitzung“ trifft. Geld für ihre Aktivitäten verdient die Gruppe damit, jeden Samstag ihre eigenen und angrenzenden Straßen von Müll zu reinigen. Der wird gesammelt und in in riesengroße Baumwollsäcke gesteckt.


Sobald ausreichend Müll gesammelt ist, bringen sie diesen zu einem Dealer, um dafür Geld zu bekommen. Mit diesem Geld haben sie einfaches Werkzeug und andere Dinge für ihre Arbeit.
Inzwischen besitzen sie vier Hühner, haben einen Hühnerstall für weitere Tiere gebaut und wollen aus dem Eierverkauf wiederum Geld verdienen, mit dem sie weiter für ihre Organisation arbeiten wollen als auch ihre Familien unterstützen. Die meisten von ihnen sind arbeitslos. Dazu passt auch, dass sie in einer Ecke des von ihnen betreuten Korridors Gemüse pflanzen, das wiederum ihren Familien zugutekommen soll.
Da die Erde dort stark kontaminiert ist, wären mehrere Hochbeete sinnvoll, die – mit frischer Erde gefüllt – gesunde Lebensmittel hervorbringen könnte. Dazu wäre z. B. eine Förderung sinnvoll.
Diese Initiative macht besonders deutlich, wie sich gute Ideen gegenseitig verstärken und Abhilfe – insbesondere bei Arbeitslosigkeit – leisten können.
Anbei ein Link zu einem von Herrn Schwarz, dem Vorsitzenden von Slumchanger, produzierten YouTube Video, dass tolle Atmosphäre während der Live-Schaltung beeindruckend auffing.‘‘
(Text: Menge/Schwarz, Fotos: Menge)






