Handlettering-AG entdeckt die Kunst des Buchbindens und gestaltet eigene Werke
Wie entsteht eigentlich ein Buch – ganz ohne Maschine, nur mit den eigenen Händen? Dieser Frage ging die Handlettering-AG des Gymnasiums Siegburg Alleestraße am 14. April 2026 unter Leitung von Barbara Lütz auf ganz besondere Weise nach. Unter der fachkundigen Anleitung von Julia Nitzsche verwandelte sich ein Besuch im Stadtmuseum Siegburg in eine kreative Reise durch ein ganz besonderes Handwerk.
Schon der erste Eindruck machte neugierig: In einem liebevoll gestalteten und praktisch eingerichteten Buchbinde-Wagen fanden sich alle Werkzeuge und Materialien, die für die Arbeit benötigt werden. Schnell wurde klar, dass Buchbinden weit mehr ist als nur das Zusammenfügen von Papier – es ist Präzision, Geduld und ein Gespür für Materialien.
Zu Beginn führte die Expertin die Schülerinnen und Schüler in die Grundlagen ein.


Dabei wurde deutlich, wie entscheidend exaktes Arbeiten ist und welche Unterschiede selbst kleinste Details – etwa bei verschiedenen Papiersorten – machen können. Anschließend durften alle selbst aktiv werden.
Der Weg zum eigenen Buch begann mit dem sorgfältigen Falzen des Papiers und des Umschlags. Mit einem Falzbein aus Knochen oder Horn wurde jede Kante exakt vorbereitet – ein entscheidender Schritt, damit sich das Buch später gut öffnen und schließen lässt. Danach wurden die Bögen ineinandergelegt und mit einer Ahle drei präzise Löcher in die Falz gestochen.
Besonders spannend wurde es beim eigentlichen Binden: Mit ruhiger Hand wurde der Faden durch die vorbereiteten Löcher geführt, von innen nach außen, von unten nach oben und schließlich wieder zurück zur Mitte. Schritt für Schritt entstand so die stabile Verbindung, die das Buch zusammenhält. Ein fester Knoten – nicht zu kurz abgeschnitten – sorgte schließlich für den letzten Halt.
Zum Abschluss kam das frisch gebundene Werk noch in die Presse und wurde sauber zugeschnitten. Was zuvor aus einzelnen Bögen bestand, lag nun als fertiges Buch in den Händen der Schülerinnen und Schüler – selbst gemacht, individuell und greifbar.
Und genau darin liegt der besondere Zauber dieses Tages: Aus einem leeren Blatt wurde etwas Eigenes, etwas Bleibendes. Ein Erlebnis, das zeigt, wie viel Wert in handgemachter Arbeit steckt – und wie erfüllend es sein kann, am Ende das eigene Werk in den Händen zu halten.
(Text: Klein, Fotos: Lütz)






