Gymnasium Siegburg Alleestraße feiert sein 165-jähriges Bestehen mit Festakt, Musik und vielen Wegbegleitern
1.237.500 Klassenarbeiten. So viele dürften am Gymnasium Siegburg Alleestraße seit seiner Gründung im Jahr 1861 ungefähr geschrieben worden sein. Eine beeindruckende Zahl – und doch blieb ausgerechnet am 12. Juni einmal kein Platz für Klassenarbeiten. Stattdessen stand die Schule selbst im Mittelpunkt: Gemeinsam mit zahlreichen Gästen feierte das GSA sein 165-jähriges Bestehen.
Obwohl die Schülerinnen und Schüler an diesem besonderen Tag unterrichtsfrei hatten, herrschte auf dem Schulgelände alles andere als Ruhe. Mitglieder des Schulchors, verschiedener Ensembles, der Schülervertretung, der Technik-AG und der Jahrgangsstufe Q1 waren gekommen, um ihren Beitrag zu diesem besonderen Jubiläum zu leisten.
Zu den zahlreichen Gästen gehörten neben Bürgermeister Stefan Rosemann und Thomas Hockenbrink, Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln, auch viele ehemalige Lehrkräfte, Alumni und weitere Ehrengäste.


Unter ihnen befanden sich die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Susanne Haase-Mühlbauer, die ehemalige Schulleiterin Magret Sagorski sowie die ehemaligen stellvertretenden Schulleiterinnen Evelyn Pfalz und Martina Schwarz.
Musikalisch eröffnet wurde der Festakt mit Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ unter der Leitung von Musiklehrerin Anke Braun. Es folgte das von Ellen Rauscher dirigierte „Africa“ von Toto, bevor die Mitwirkenden mit „Mamma Mia“ einen ebenso schwungvollen wie passenden Schlusspunkt unter das musikalische Programm setzten.
Hinter den Kulissen sorgte die Technik-AG für den Ablauf der Veranstaltung, während Schülerinnen und Schüler der Q1 die Gäste mit großer Professionalität bewirteten.
Ein besonderer Höhepunkt war die Premiere des eigens produzierten Kurzfilms „GSA – Zwischen gestern, heute und morgen“. Mit moderner Technik hatte Geschichtslehrer Hans Klein historische Archivaufnahmen und Fotografien zum Leben erweckt und mit aktuellen Bildern verbunden. So entstand eine eindrucksvolle Zeitreise durch 165 Jahre Schulgeschichte, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpfte. Daneben wurden im Haus auch verschiedene andere Interviews abgespielt.

In ihrer Festrede blickte Schulleiterin Sabine Trautwein auf die lange Geschichte der Schule zurück und betonte zugleich deren Zukunftsauftrag. Als ehemalige Abiturientin des GSA sprach sie dabei auch ganz persönlich über ihre Verbindung zur Schule – ebenso wie die Verbindung ihrer Mutter, die bereits 1954 hier ihr Abitur abgelegt hatte. Schule, so Trautwein, müsse junge Menschen nicht nur bewerten, sondern sie stärken und auf eine globale und zunehmend technisierte Welt vorbereiten. Ihr Dank galt der gesamten Schulgemeinschaft: den Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Eltern, dem Förderverein sowie dem Hausmeisterteam, das sie augenzwinkernd als das eigentliche „Zentrum der Macht“ bezeichnete. Mit den Worten „Ab nächster Woche schreiben wir unsere Schulgeschichte weiter“ schlug sie schließlich die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft.


Auch Dr. Achim Beyer von der Bezirksregierung Köln würdigte in seiner Ansprache das Gymnasium Siegburg Alleestraße als Schule mit einem klaren pädagogischen Profil. Besonders hob er das starke Engagement im MINT-Bereich sowie die zahlreichen Erfolge und Auszeichnungen auf Landes- und Bundesebene hervor – etwa beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder bei wissenschaftlichen Facharbeiten. Sein Wunsch an die Schule lautete daher folgerichtig: anhaltender Erfolg!
Für die Festrede des Tages konnte mit Ralph Sina ein prominenter Journalist und langjähriger Auslandskorrespondent gewonnen werden. Der ehemalige Leiter des ARD-Hörfunkstudios in Brüssel und Afrika-Korrespondent bezeichnete das GSA als „Ausnahmeschule“ und würdigte insbesondere das internationale und soziale Engagement der Schulgemeinschaft. Mit Blick auf die Gründungszeit der Schule im Jahr 1861, als in den USA gerade der Bürgerkrieg begann, zog er Parallelen zur heutigen Zeit der USA unter Trump und warb eindringlich für die Bedeutung Europas. Die Europaschule GSA, so Sina, stehe beispielhaft für Werte wie Offenheit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit. Europa sei für viele Menschen weltweit ein Sehnsuchtsort – und diese Errungenschaften gelte es auch künftig gegen innere wie äußere Feinde zu verteidigen.
Im Anschluss an den offiziellen Teil boten ein Sektempfang sowie ein köstlicher Erdbeer-Limetten-Kuchen vom Bonjour-Café der Familie Neuenhofer Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Zudem überreichte Britta Fellsches einen Blumenstrauß an Schulleiterin Sabine Trautwein und dankte ihr für ihr besonderes Engagement für die Schule.
1.237.500 Klassenarbeiten später blickt das Gymnasium Siegburg Alleestraße auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Doch an diesem Jubiläumstag wurde vor allem eines deutlich: Die wichtigsten Kapitel liegen nicht hinter der Schule, sondern noch vor ihr. Und geschrieben werden sie von den Menschen, die das GSA auch in Zukunft mit Leben füllen werden.
(Text: Klein, Fotos: von Melle)


















