Filmvorführung „Hennefer Stolpersteine“ macht Geschichte für die Jahrgangsstufen 9 und 10 greifbar
Wer durch die Straßen unserer Region geht, begegnet ihnen oft, ohne sie bewusst wahrzunehmen: kleine Messingplatten im Gehweg, eingelassen zwischen Pflastersteinen und Asphalt. Doch hinter jedem dieser Stolpersteine verbirgt sich ein Mensch, eine Familie und ein Schicksal. Genau diese Geschichten rückten am 18. Juni 2026 am Gymnasium Siegburg Alleestraße in den Mittelpunkt. Im Rahmen der schulischen Gedenkarbeit und der historisch-politischen Bildung versammelten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 in der Aula, um gemeinsam den Film „Hennefer Stolpersteine“ zu sehen. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Lebensgeschichten jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus der Region, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet, deportiert und ermordet wurden.

Bereits vor Beginn der Vorführung wurde deutlich, dass es sich um eine besondere Veranstaltung handelte. Die klimatisierte Aula bot den passenden Rahmen für eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Leistungskurses – Adrian Szypryt, Finlay Kornfeld und Julian Müller – führten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in die Thematik ein und moderierten die Veranstaltung mit großer Souveränität. Damit wurde Erinnerungskultur nicht nur vermittelt, sondern aktiv mitgestaltet.
Der Film machte eindrucksvoll sichtbar, dass sich die Geschichte des Nationalsozialismus nicht nur in großen Zahlen und bekannten Orten erzählt, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Die Stolpersteine erinnern bis heute an Menschen, die einst Teil ihrer Nachbarschaften waren und deren Namen nicht vergessen werden sollen.
Im Anschluss an die Vorführung wurde deutlich, wie sehr die Geschichten die Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt hatten. Durch gemeinsame Reflexionen und Abstimmungen zeigte sich, dass der Film viele nachhaltig beeindruckte. Gleichzeitig richtete sich der Blick nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Entstehung des Films selbst. Viele Schülerinnen und Schüler interessierten sich für die praktische Produktion: Woher stammen die Requisiten? Wie findet man passende Schauspielerinnen und Schauspieler? Und wie aufwendig und kostspielig ist es eigentlich, einen solchen Film zu realisieren? Für diese Fragen standen Michael Schenk als Produzent und Drehbuchautor ebenso zur Verfügung, wie einer der Schauspieler selbst. Beide wussten mit ihren Anekdoten die Beweggründe wie auch Hintergründe des Filmdrehs lebendig werden zu lassen.
So wurde die Filmvorführung zu weit mehr als einer Geschichtsstunde. Sie machte deutlich, warum Stolpersteine im Straßenbild liegen: Damit Menschen nicht nur über Geschichte lernen, sondern innehalten, nachfragen und sich erinnern. Denn solange hinter den Namen wieder Gesichter sichtbar werden, bleibt Erinnerung lebendig – und genau darin liegt ihre Kraft.
(Text: Klein, Fotos: Klein/Lütz)












