Literaturkurs der Q1 verwandelt das Stadtmuseum beim „Alleekino“ in einen Ort voller Kreativität und großer Gefühle
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.“ Mit diesem berühmten Zitat aus Forrest Gump eröffnete Schulleiterin Sabine Trautwein einen Abend, der seinem Motto alle Ehre machte. Denn was das Publikum beim „Alleekino“ erwartete, war ebenso überraschend wie bewegend: Vierzehn Kurzfilme, vierzehn ganz unterschiedliche Geschichten – und ein Abend, der zeigte, wie viel Kreativität, Mut und Engagement in den Schülerinnen und Schülern des Literaturkurses der Q1 steckt.
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Birthe Gesellchen hatte der Kurs das Stadtmuseum Siegburg in einen Kinosaal verwandelt und präsentierte dort seine im Laufe des Schuljahres entstandenen Kurzfilme – inklusive Popcorn für die Gäste.


Moderiert wurde der Abend von Arina Bill, Fritz Volkmer und Lara Korsmeier, die mit viel Charme und Humor durch das Programm führten und den Zuschauerinnen und Zuschauern zugleich spannende Einblicke hinter die Kulissen gaben.
„In diese Filme sind viel Schweiß, ein Haufen Verzweiflung, aber auch ganz viel Herzblut geflossen“, fassten Arina Bill den Entstehungsprozess treffend zusammen. Dabei erfuhren die Gäste auch einiges über filmisches Erzählen – etwa über das Prinzip des „Plant and Playoffs“, bei dem scheinbar nebensächliche Details im Verlauf einer Geschichte eine entscheidende Bedeutung erhalten.
Die Bandbreite der Filme beeindruckte. Werke wie „Alte Wunden“ oder „Herzschlag“ beschäftigten sich mit tiefgründigen Themen und ließen das Publikum in die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Figuren eintauchen.
Einige Produktionen griffen expressionistische Lyrik des frühen 20. Jahrhunderts auf und ließen sich unter anderem von Ernst Stadlers Der Spruch oder Kurt Heynickes Das Bild inspirieren. So entstanden filmische Umsetzungen, die Literatur und moderne Bildsprache auf eindrucksvolle Weise miteinander verbanden.
Je weiter der Abend voranschritt, desto persönlicher wurden viele der Kurzfilme. Immer wieder standen Fragen nach der eigenen Zukunft, Unsicherheiten und Hoffnungen im Mittelpunkt. Besonders eindrucksvoll war der Film „Wach auf!“, der sich als eindringlicher Appell an die eigene Generation verstand, Verantwortung zu übernehmen und nicht tatenlos zuzusehen. Die Offenheit, mit der die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken und Sorgen filmisch verarbeiteten, verlieh dem gesamten Abend eine besondere Tiefe.
Dass Kino aber auch zum Lachen einlädt, bewies schließlich der Publikumsliebling „Wie im Film“. Mit einem Augenzwinkern parodierte der Kurzfilm gekonnt typische Elemente des Horrorfilms und überraschte mit kreativen Szenenwechseln. Die humorvolle Inszenierung überzeugte das Publikum, das den Film am Ende des Abends zu seinem Favoriten wählte.
Zum Gelingen des „Alleekinos“ trugen viele Beteiligte bei. Ein herzlicher Dank galt dem Stadtmuseum Siegburg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, dem Förderverein des Gymnasiums Siegburg Alleestraße für die finanzielle Unterstützung bei der Finanzierung des Abends sowie der Technik-AG unter der Leitung von Herrn Abdel Slika, die für einen reibungslosen Ablauf sorgte.
Den emotionalen Schlusspunkt setzte Birthe Gesellchen. Mit Sonnenblumen bedankte sie sich bei ihrem Kurs – nicht nur für die geleistete Arbeit, sondern vor allem für den Mut, persönliche Gedanken und Gefühle in den Filmen sichtbar werden zu lassen. Gerade diese Offenheit habe den Abend so besonders gemacht.
Manche Geschichten passen in ein Gedicht, andere in ein Buch. Die Geschichten dieses Abends fanden ihren Platz auf der Leinwand. Das „Alleekino“ machte eindrucksvoll deutlich, dass Filme nicht nur unterhalten, sondern berühren, Fragen stellen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen können – und dass genau darin ihre größte Stärke liegt.
(Text: Klein, Fotos: Klein)















