Exkursion zum Planetarium Bochum und zu ESERO Germany eröffnet Perspektiven auf Astronomie, Erdbeobachtung und Zukunftsfragen
Eine ganztägige Exkursion führte die Differenzierungskurse „Geographie-Physik“ der Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie den Projektkurs Geographie der Qualifikationsphase 1 nach Bochum. Dort erwartete die Schülerinnen und Schüler ein vielseitiges Programm an zwei besonderen außerschulischen Lernorten: dem Zeiss Planetarium Bochum sowie unseren schulischen Kooperationspartnern an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), ESERO Germany und der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Geoinformationswissenschaften des Geographischen Instituts der RUB unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Rienow. Die Exkursion griff zentrale naturwissenschaftliche und geographische Fragestellungen auf und machte zugleich anschaulich, wie vielfältig MINT-Bildung an unserer Schule gelebt wird.
Der erste Programmpunkt führte die Lerngruppe im Planetarium Bochum zunächst weit über die Grenzen unseres Planeten hinaus. Unter der beeindruckenden Kuppel des Planetariums erlebte sie die Astronomieshow „Unser exotisches Universum“.


Die Vorführung nahm die Teilnehmenden mit auf eine Reise zu einigen der faszinierendsten und extremsten Phänomene des Kosmos: explodierende Sterne, Schwarze Löcher, energiereiche Teilchen, kosmische Strahlung und die Frage, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese oft unvorstellbar weit entfernten Vorgänge überhaupt erforschen können.
Was zunächst überwältigend und beinahe grenzenlos erschien, wurde im Anschluss in einem besonderen Nachgespräch fachlich eingeordnet und vertieft. Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Leiterin des Planetariums Bochum und Professorin für Astronomie an der Ruhr-Universität Bochum, erläuterte der Exkursionsgruppe persönlich zentrale Inhalte der Show. Dabei gelang es ihr, komplexe astronomische Zusammenhänge anschaulich, präzise und zugleich begeisternd zu erklären. Auch eigene Fragen konnten gestellt werden, auf die Prof. Hüttemeister ausführlich und sehr genau einging.
Ein weiterer Höhepunkt folgte im abgedunkelten Planetarium: Exklusiv für unsere Gruppe wurde der Sternenhimmel der kommenden Sommermonate projiziert und erklärt. So wurde nachvollziehbar, welche Sternbilder, Planeten und Himmelserscheinungen in den nächsten Wochen und Monaten besonders gut zu beobachten sein werden. Aus der Beschäftigung mit den Tiefen des Universums wurde dadurch zugleich ein direkter Blick auf den Himmel, der sich auch von zu Hause aus weiterverfolgen lässt. Gerade diese Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe, unmittelbarer Anschauung und persönlichem Austausch machte den Besuch im Planetarium zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Nach dem Blick ins All wechselte am Nachmittag die Perspektive: Nun rückte unser eigener Planet in den Mittelpunkt. An der RUB besuchte die Exkursionsgruppe unsere schulischen Kooperationspartner ESERO Germany sowie die Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Geoinformationswissenschaften des Geographischen Instituts. Dort nahm sie an einem digitalen Workshop zur Erdbeobachtung teil, der von Dr. Henryk Hodam, Manager von ESERO Germany, gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Kilian Kiuchi organisiert und begleitet wurde.
Im Zentrum des Workshops stand die vertiefende Arbeit mit dem Copernicus-Browser, mit dem die Kurse bereits im Unterricht erste Erfahrungen gesammelt hatten. Der Workshop griff diese Grundlagen auf und schärfte sie fachlich weiter aus: Gearbeitet wurde mit Satellitenbildern, geeigneten Datensätzen und unterschiedlichen Zeiträumen, um zu untersuchen, wie sich geographische Fragestellungen mithilfe digitaler Erdbeobachtungsdaten bearbeiten lassen.
Der Copernicus-Browser macht Satellitendaten verschiedener Erdbeobachtungsmissionen anschaulich nutzbar und eröffnet vielfältige Möglichkeiten, die Erde aus der Perspektive der Fernerkundung zu betrachten. Neben Echtfarbenbildern, die der menschlichen Wahrnehmung ähneln, lassen sich auch Falschfarbendarstellungen oder spektrale Indizes nutzen, um zum Beispiel Vegetation, Gewässer, Landnutzung oder Umweltveränderungen differenzierter sichtbar zu machen. Über Vergleichsfunktionen und zeitliche Auswertungen wurde deutlich, wie Veränderungen in Landschaften, Städten oder Ökosystemen erkannt, beschrieben und geographisch analysiert werden können.
So wurde anschaulich erfahrbar, wie moderne Geographie heute arbeitet: datenbasiert, digital, raumbezogen und mit direktem Bezug zu aktuellen globalen Herausforderungen. Zugleich zeigte sich, wie eng geographische Fragestellungen mit physikalischen Grundlagen der Fernerkundung, Verfahren der digitalen Geodatenanalyse und gesellschaftlich relevanten Zukunftsthemen verknüpft sind.
Damit bot die Exkursion nicht nur eine fachliche Vertiefung des Unterrichts, sondern auch wertvolle Impulse für die Studien- und Berufsorientierung. Die Lerngruppe erhielt Einblicke in Themenfelder, die an der Schnittstelle von Astronomie, Geowissenschaften, Fernerkundung, Datenanalyse, Umweltmonitoring und moderner Raumfahrt liegen. Gerade in diesen Bereichen entstehen Zukunftsfragen, die naturwissenschaftliches Verständnis, technisches Know-how und geographisches Denken miteinander verbinden.
Sichtlich beeindruckt, aber auch mit vielen neuen fachlichen Eindrücken und Denkanstößen, kehrte die Exkursionsgruppe schließlich nach Siegburg zurück. Der Tag in Bochum zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie gewinnbringend außerschulisches Lernen sein kann: Es erweitert den Unterricht, macht wissenschaftliche Fragestellungen unmittelbar erfahrbar und eröffnet Perspektiven über den schulischen Alltag hinaus.
Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Zeiss Planetariums Bochum, Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, ESERO Germany, Dr. Henryk Hodam, Kilian Kiuchi sowie der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Geoinformationswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum für die fachkundige Organisation und Begleitung, die lebendigen Einblicke und die wertvolle Zusammenarbeit.
(Text & Fotos: Dr. Christina Müller)















