Jahrgangsübergreifende Projekttage am GSA widmen sich nachhaltigen Städten und Gemeinden
Was passiert, wenn hunderte Schülerinnen und Schüler drei Tage lang nur einer einzigen Frage nachgehen dürfen: Wie wollen wir in Zukunft leben? Am Gymnasium Siegburg Alleestraße wurde diese Frage während der Projekttage im März zur treibenden Kraft für eine beeindruckende Vielfalt an Ideen.
Im Mittelpunkt steht an der Europaschule natürlich wieder Europa – nicht nur als politisches Bündnis, sondern als soziale Gemeinschaft, die sich trotz ihrer Vielfalt auf gemeinsame Werte und gemeinsame Ziele verständigt hat.


Gerade in einer Zeit zahlloser globaler Herausforderungen gewinnt diese Zusammenarbeit an Bedeutung. Als Partner der internationalen Gemeinschaft hat sich die Europäische Union den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verpflichtet. Sie dienten auch am GSA als Leitgedanke der Projekttage.
In diesem Jahr richtete sich der Fokus besonders auf Ziel Nummer 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden. Wie können Städte lebenswerter, gerechter und umweltfreundlicher werden? Wie können vorhandene Ressourcen besser genutzt werden? Und welche Rolle können junge Menschen dabei spielen?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, verließen die Schülerinnen und Schüler bewusst ihre gewohnten Klassenstrukturen.
Von der Jahrgangsstufe 5 bis zur EF arbeiteten sie jahrgangsübergreifend zusammen – nicht nach Stundenplan, sondern nach Interesse. Wer sich für ähnliche Themen begeisterte, fand sich in einem Projektteam zusammen. So entstanden Gruppen, in denen jüngere und ältere Schülerinnen und Schüler gemeinsam Ideen entwickelten, diskutierten und umsetzten.
Ein Projektteam machte sich beispielsweise auf den Weg durch die Stadt und sammelte rund 30 Kilogramm Müll. Doch damit endete ihre Arbeit nicht. Der gesammelte Abfall wurde zunächst gereinigt und anschließend kreativ upgecycelt – zu neuen Gegenständen und Kunstwerken, die zeigen, wie aus vermeintlichen Resten wieder etwas Wertvolles entstehen kann.


Andere Gruppen beschäftigten sich mit der Stadtentwicklung aus journalistischer Perspektive. Sie führten Interviews mit Mitarbeitenden des Bauamts und der Stadtplanung, um herauszufinden, welche nachhaltigen Projekte bereits in Siegburg geplant oder umgesetzt werden und wo die Stadt an ihre Grenzen stößt. Aus diesen Gesprächen entstanden Videobeiträge und Reportagen, die Einblicke in die Herausforderungen moderner Stadtentwicklung geben.
Auch digitale Kreativität spielte eine große Rolle. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bearbeiteten Schülerinnen und Schüler Fotografien aus der Stadt und entwickelten Visionen davon, wie bestimmte Orte in Zukunft nachhaltiger werden können. Besonders spannend war dabei die Frage, wie leerstehende Gebäude – so genannte Lost Places – sinnvoll weitergenutzt werden könnten – etwa als Begegnungsorte, Kulturzentren, Stadtgarten oder Wohnraum.
Andere Teams gingen noch einen Schritt weiter und bauten Teile der Stadt virtuell nach. In der Spielwelt von Minecraft entstanden digitale Modelle realer Gebäude, die anschließend zu Experimentierfeldern für nachhaltige Ideen wurden. Hier konnten neue Grünflächen geplant, alternative Verkehrskonzepte ausprobiert oder ganze Gebäude umgestaltet werden – ganz ohne Baukran, aber mit viel Vorstellungskraft.
Neben diesen Projekten entstanden zahlreiche weitere Ergebnisse: Theaterstücke, Podcasts, Videos, Ausstellungen und Workshops, in denen sich die Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Facetten nachhaltiger Städte beschäftigten – von sozialem Zusammenleben über Umweltfragen bis hin zu Architektur und Mobilität.
Präsentiert werden die Ergebnisse der Projekttage traditionell am Europatag am 11. Mai um 14:30 Uhr an der Schule. Dann verwandeln sich Klassenräume und Flure in Ausstellungsflächen, Bühnen und Präsentationsorte. Besucherinnen und Besucher können die Projekte entdecken, Gespräche führen und erleben, wie vielfältig die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler auf ihre Stadt und ihre Zukunft sind. Dann stellt sich vielleicht jeder die Frage: Wie will ich denn eigentlich in Zukunft leben?
(Text: Klein, Fotos: Reinbold, Klein, Steeg, Messerschmidt)











