Gedenkstättenfahrt nach Weimar und Buchenwald konfrontiert die EF mit Geschichte und Verantwortung
Was bedeutet Erinnerung – und warum ist sie heute wichtiger denn je? Diese Frage stand über einer Reise, die für 20 Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase des Gymnasiums Siegburg Alleestraße weit mehr war als eine gewöhnliche Klassenfahrt. Inspiriert von den eindringlichen Worten Hape Kerkelings in seiner Rede am 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwalds – „Ein Schlussstrich unter die Erinnerung wäre ein Schlussstrich unter unsere Demokratie“ – machten sie sich am 22. März 2026 auf den Weg nach Weimar, um Geschichte nicht nur zu lernen, sondern zu erleben.
Die Gedenkstättenfahrt am GSA ist eine jährlich wiederkehrende Exkursion und konnte in diesem Jahr erneut dank der großzügigen Unterstützung des Lions Club Siegburg Löwensterne und des Fördervereins der Schule realisiert werden. Diese ermöglichten den Schülerinnen und Schülern dieses denkwürdige und lehrreiche Erlebnis.


Während der 4-tägigen Fahrt setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufstieg der NSDAP 1933 auseinander und der damit beginnenden Ausgrenzung, Entrechtung und Ermordung von religiösen Minderheiten, politisch Andersdenkenden und Mitgliedern anderer gesellschaftlicher Randgruppen.
Dabei trat auch die Stadt Weimar selbst in den Vordergrund, da Hitler hier schon vor seiner Machtergreifung willkommen geheißen worden war, und er dies der Stadt mit großen finanziellen Zuwendungen dankte.
In der durch die Schülerinnen und Schüler moderierten Stadtführung entdeckten die Teilnehmenden so nicht nur die Gebäude, die im Zuge der nationalsozialistischen Umgestaltung entworfen und gebaut worden waren, sondern auch die Häuser, in denen die jüdische Bevölkerung gezwungen war zu wohnen.
Der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald beanspruchte dann den gesamten zweiten Tag der Fahrt. Während der Führung lernten die Schülerinnen und Schüler die Orte kennen, an denen so viele Menschen Unrecht, Leid und Tod erfahren mussten, weil die Demokratie versagt und die grausame NS-Diktatur die Macht übernommen hatte.
Sichtlich bewegt von den schrecklichen Schicksalen so vieler Menschen, setzten sich die Schülerinnen und Schüler in einem Workshop ausführlich mit der Frage nach Schuld und Verantwortung auseinander.
Mit dem Wissen, dass despotische Systeme nur funktionieren, wenn Menschen nicht bereit sind, sich zu wehren und der klaren Erkenntnis, dass auch unsere Demokratie aktive Teilhabe braucht, um zu bestehen, machte sich die Gruppe auf den Heimweg.
Und so klingt Kerkelings Mahnung am Ende dieser Fahrt noch einmal nach: Ein Schlussstrich unter die Erinnerung darf es nicht geben. Denn genau diese Erinnerung ist es, die unsere Demokratie trägt – damals, heute und in Zukunft.
(Text: Lütz/Klein; Bilder: Heinzen und Lütz)


















