Ingo Espenschied begeistert die Q1 mit multimedialem Vortrag über die Geschichte der Europäischen Union
Frieden, offene Grenzen und gemeinsames Reisen durch Europa wirken heute oft selbstverständlich. Doch dass junge Menschen ohne Grenzkontrollen quer durch Europa fahren, in anderen Ländern studieren oder gemeinsam politische Entscheidungen treffen können, ist das Ergebnis einer langen Geschichte – und des Engagements vieler Generationen. Genau daran erinnerte der Journalist und Historiker Ingo Espenschied bei seinem Besuch am Gymnasium Siegburg Alleestraße.
Zwar feiert das GSA am 11. Mai seinen großen Europatag – der offizielle fällt dieses Jahr auf einen Samstag -, doch da die Schülerinnen und Schüler der Q1 an diesem Tag einen Studientag hatten, wurde eigens für sie eine eigene Veranstaltung organisiert. Mit seiner multimedialen Präsentation nahm Espenschied die Jahrgangsstufe mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die Geschichte Europas und der Europäischen Union.


Bereits zu Beginn richtete Prof. Dr. Martin Reuber von der Konrad-Adenauer-Stiftung einige einleitende Worte an die Schülerinnen und Schüler und betonte die Bedeutung Europas gerade in einer Zeit internationaler Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen.
Anschließend zeigte Espenschied anschaulich, wie aus einem von Kriegen geprägten Kontinent Schritt für Schritt eine Gemeinschaft entstand, die auf Zusammenarbeit, Demokratie und gemeinsamen Werten basiert. Dabei machte er deutlich, dass der Europatag nicht nur ein symbolisches Datum ist, sondern an die Idee erinnert, Konflikte künftig durch Dialog statt Gewalt zu lösen. Besonders eindrucksvoll war dabei die Erkenntnis, wie viele Menschen über Jahrzehnte hinweg daran gearbeitet haben, Europa aufzubauen und zusammenzuführen.
Europa erschien in diesem Vortrag nicht als abstraktes politisches Konstrukt, sondern als gemeinsames Friedensprojekt vieler Generationen. Doch auch viele andere Vorteile wurden angesprochen: Leichterer Handel für die deutsche Exportwirtschaft, der Euro als Zahlungsmittel, niedrige Roaming-Gebühren und viele Regelungen, die man nur dank größerer Macht gegen Großunternehmen durchsetzen konnte – seien es Social Media-Unternehmen oder auch Apple, die man zu einheitlichen Kabeln zwang.
In der offenen Fragerunde zum Abschluss wurde schließlich auch der Blick auf die Gegenwart gelenkt. Dabei blieb eine zentrale Botschaft besonders hängen: Demokratie und Europa sind nicht selbstverständlich. Sie müssen aktiv verteidigt und mitgestaltet werden. Gerade die Teilnahme an der Europawahl könne dabei ein wichtiger Beitrag sein, um demokratische Werte zu stärken und extremistischen Strömungen entgegenzutreten. So wurde aus dem Vortrag weit mehr als eine Geschichtsstunde. Er wurde zu einer Erinnerung daran, dass Europa von Menschen gemacht wurde – und dass es auch in Zukunft Menschen braucht, die bereit sind, Verantwortung dafür zu übernehmen.
(Text: Klein, Fotos: Klein)












