GSA verbindet Nachhaltigkeit, Kreativität und den europäischen Gedanken
Mit einem einzigen Zugticket quer durch Europa reisen – ohne komplizierte Buchungsportale, Sprachbarrieren oder nationale Grenzen im Kopf. Für viele junge Menschen ist der neue Vorschlag der EU-Kommission wieder ein gutes Beispiel für den europäischen Gedanken: Zusammenarbeit statt Abschottung, gemeinsames Denken statt nationaler Einzelwege. Doch Europa bedeutet mehr als Reisen. Europa bedeutet auch die gemeinsame Suche nach Lösungen für die großen Fragen unserer Zeit: Sei es in der Sicherheitspolitik, Wirtschaft oder dem Klimawandel: Genau darum ging es beim diesjährigen Europatag am Gymnasium Siegburg Alleestraße, welchen Schulleiterin Sabine Trautwein nach einem Tanzauftritt der Tanz-AG zu „Men in Black“ und einem musikalischen Einstieg unter Leitung von Musiklehrerin Anke Braun.


Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema nachhaltige Stadtentwicklung – ein Thema, das Europa genauso betrifft wie die eigene Heimatstadt Siegburg. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 arbeiteten dafür jahrgangsübergreifend in Gruppen zusammen. Entscheidend war dabei nicht die Klassenstufe, sondern das persönliche Interesse: Jede und jeder konnte sich nach eigenen Themenwünschen einem Projekt anschließen. Unterstützt wurden die Gruppen von der EF, die als Helferinnen und Helfer den Tag begleiteten und organisatorisch unterstützten.
Die Vielfalt der Projekte zeigte schnell, wie kreativ und modern Nachhaltigkeit gedacht werden kann.
Einige Gruppen produzierten Videopräsentationen und führten Interviews mit Stadtplanern, um herauszufinden, wie Städte in Zukunft lebenswerter werden können. Andere bauten Gebäude der Stadt Siegburg in Minecraft nach – allerdings mit nachhaltigen Konzepten und neuen Ideen für die Zukunft. Besonders eindrucksvoll waren auch Projekte, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz arbeiteten: Leerstehende Gebäude wurden digital neugestaltet und mit den Wünschen und Ideen von interviewten Bürgerinnen und Bürgern gefüllt. So entstanden Visionen von Begegnungsorten, grünen Innenstädten oder neuen sozialen Räumen. Daneben entwickelten Schülerinnen und Schüler Dioramen nachhaltiger Städte, beschäftigten sich mit Themen wie Hitzeschutz und Klimaanpassung oder diskutierten, wie Städte zur sogenannten „Schwammstadt“ werden können, um besser mit Starkregen und Hitze umzugehen. Auch Overtourism, bezahlbare Verkehrssysteme, Obdachlosigkeit, Urban Gardening und die Reduktion von Umweltbelastungen standen im Fokus vieler Gruppen.
Dabei wurde schnell deutlich: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein abstrakter Begriff aus der Politik. Sie betrifft den Alltag direkt – die Wege zur Schule, den Wohnraum, Grünflächen, Dachbegrünungen, Mobilität und die Frage, wie Menschen in Zukunft zusammenleben wollen. So zeigte der Europatag wieder wie Europa im Kleinen beginnt: Menschen arbeiten zusammen, tauschen Ideen aus und suchen gemeinsam nach Lösungen.
Und vielleicht steckt genau darin der eigentliche europäische Gedanke: nicht nur gemeinsam auf die Reise zu gehen – sondern dabei auch gemeinsam Zukunft zu gestalten.
(Text: Klein, Fotos: von Melle/Klein)














